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Herzogenrath: Aktion 5000 x 50 soll Seminare sichern

Herzogenrath : Aktion 5000 x 50 soll Seminare sichern

Sie besitzen kaum das Nötigste. Und doch gibt es Sozialhilfeempfänger, die ihre letzten Euros zusammenkratzen, um Seminare des Oswald-von-Nell-Breuning-Hauses in Anspruch zu nehmen.

In der Herzogenrather Bildungs- und Begegnungsstätte der katholischen Arbeitnehmerorganisationen CAJ und KAB finden nicht zuletzt Langzeitarbeitslose entscheidende Lebenshilfe - bei der Verbesserung der eigenen Lebenssituation, im Umgang mit Geld und Zeit oder zur Lösung familiärer Konflikte. Auch für benachteiligte Jugendliche ist das Haus wichtige Anlaufstelle.

Wegen der finanziellen Schieflage des Bistums Aachen sind diese Angebote stark gefährdet. Deshalb werben Leo Jansen, der Leiter des Nell-Breuning-Hauses, und seine Mitarbeiter jetzt um Sponsoren. Unter dem Leitgedanken „Füreinander sorgen” suchen sie 5000 Menschen, die bereit sind, durch eine Spende von 50 Euro den Erhalt des Bildungsprogramms der Tagungsstätte zu finanzieren.

Ab 2009 ohne Förderung

Das Bistum hat die Fördermittel für das Nell-Breuning-Haus für die nächsten zwei Jahre um jeweils 120.000 Euro gekürzt, 2007 und 2008 fließen jährlich nochmals 250.000 Euro kirchlicher Zuschuss. Ab 2009 muss Jansen sein Haus ohne Förderung finanzieren.

Nur ein schmerzhaftes Solidarpaket der Mitarbeiter, die sich zu Gehaltskürzungen, der Streichung des Weihnachtsgeldes und zum Teil zur Reduzierung ihres Beschäftigungsumfangs bereit erklärten, konnten betriebsbedingte Kündigungen vermieden werden. „Seit dem Jahr 2000 wurde der Bistumszuschuss trotz steigender Kosten nicht angepasst”, verdeutlicht Jansen die prekäre Lage.

Nun also soll die Aktion „5000 x 50” die Arbeit des Nell-Breuning-Hauses langfristig erhalten. Die treuhänderische Verwaltung der Gelder übernimmt die „Maria-Grönefeld-Stiftung”, die nach der ehemaligen Leiterin des Nell-Breuning-Hauses benannt wurde. „Selbstverständlich kann man auch weniger oder mehr als 50 Euro spenden”, stellt Jansen klar. Wie wichtig jede noch so kleine Zuwendung sei, mache auch der Schwund öffentlicher Zuschüsse deutlich: Die Zuwendungen des Landes für die Bildungsarbeit in Herzogenrath wurden 2003 um 10 und 2004 um 15 Prozent gekürzt. Ab Januar gibt es auch vom kommunalen Sozialhilfeträger kein Geld mehr für solche Zwecke.

Am 24. Januar findet um 19 Uhr im Nell-Breuning-Haus an der Wiesenstraße 17 ein Informationstreffen für angehende Botschafter der Kampagne „Füreinander sorgen” statt, die als Multiplikatoren das Anliegen des Bildungshauses verbreiten sollen. Zudem sind diverse Veranstaltungen in Planung. Ein Highlight wird die Benefiz-Vorstellung des Kabaretts „Fleddermäuse” im Aachener Audimax am 23 April um 20 Uhr sein.

Informationen im Internet: www.nell-breuning-haus.de