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Aachen/Pontresina: Adrenalin im Blut, die Füße in den Pedalen

Aachen/Pontresina : Adrenalin im Blut, die Füße in den Pedalen

Die Alpen sind schön: Berge, Täler, Seen, Aussicht, Erholung. Transalp-Teilnehmer sehen es anders: Die Alpen sind schön schwer. Berge, Berge, Berge, Berge. 17 Alpenpässe in vier Ländern. 19.000 Höhenmeter. Jan Ullrich macht so was von Berufs wegen. Wie und vor allem warum radeln und rasen Hobbyfahrer wie Michael Hagelstein auf möglichst hügeligen Wegen über die Alpen?

Noch vor hundert Jahren starben Menschen beim Ausbau von Alpenpässen und -Tunnel in unwirtlicher Höhe jenseits der Baumgrenze. Heute „sterben” die Rennfahrer auf perfekt ausgebauten Anstiegen, sie schwitzen, leiden. Mit fürchterlich gequältem Gesichtsausdruck. Freiwillig. In ihrem Urlaub.

Und sie reißen sich auch noch drum. Schon im Januar waren alle Teamplätze für die dritte Jeantex-Tour-Transalp vom 26. Juni bis zum 2. Juli, einem Jedermann-Rennen über 780 Kilometer, vergeben. Sogar auf Ebay wurden Startplätze verkauft.

Die Teilnehmer zahlen pro Person 530 Euro, kümmern sich um die Unterkunft in den Etappenorten und trainierten monatelang jede freie Minute für das Event. Im Transalp-Internetforum wird die Messlatte hoch gelegt: 5000 bis 6000 Jahreskilometer sollte man schon in den Beinen haben, um das Alpen-Auf- und-Ab zu überstehen.

Geradezu philosophische Diskussionen gibt es zu den Übersetzungen, der Zusammenstellung der Zahnkränze und der Größe des „Rettungsrings”. So heißt der leichteste Gang, der bei 30 Kilometer langen Steigungen zum besten Freund werden kann.