Nideggen: Adel Tawil feiert in Nideggen die Liebe

Nideggen : Adel Tawil feiert in Nideggen die Liebe

Da der Mensch ja bekanntlich kein Freund von Veränderungen ist, mag der ein der andere Adel-Tawil-Fan schon Befürchtungen gehegt haben. Adel Tawil beendete auf der „Bühne unter Sternen“ in Nideggen seine Open-Air-Tour 2018 „So schön anders“. So anders war es dann aber gar nicht, dafür aber sehr schön.

Nicht nur, weil die rund 1200 Konzertbesucher im Innenhof der mittelalterlichen Burg das letzte von insgesamt sechs Festival-Konzerten vor historischer Kulisse erlebten.

Der 40-jährige Berliner, der zunächst mit der Boyband „The Boyz“ und später vor allem mit dem Duo „Ich+ Ich”, zu dem damals noch Annette Humpe als Songwriterin gehörte, seinen musikalischen Durchbruch feierte, ist sich treu geblieben. Die unverwechselbare, sanfte Stimme und dazu Texte, bei denen es sich oft lohnt, genau zuzuhören, machen Tawil aus. Auch wenn sich unter die nachdenklichen, ruhigeren Lieder natürlich auch seichtere Gute-Laune-Hits mischen. Die Klassiker „Stadt“ und „Du erinnerst mich an Liebe“ durften natürlich nicht fehlen. Ein Abend ganz nach dem Geschmack des Nideggener Publikums.

Eröffnet wurde er übrigens vom Münchner Singer-Songwriter Benoby und seiner Band. Und während die Stimmung bei manchen Vorbands eher mau ist, waren einige Mädchen wohl eigens für Benoby zu dem Konzert gekommen. Jedenfalls hielten sie Plakate in die Höhe und himmelten den 28-Jährigen in der ersten Reihe stehend an.

Richtig lauter Jubel folgte dann aber natürlich, als Adel Tawil gegen 21 Uhr endlich die Bühne betrat. Der Berliner startete mit dem Titelsong seines Albums „So schön anders“, einem wirkungsvollen Pop-Titel. Tawils Band war hervorragend. Der Sound war effektvoll und klar abgemischt. Vor allem Schlagzeug, Percussion und Bass sorgten auch später immer wieder für Druck.

Dass er neben leicht zugänglichen Texten auch kritische Töne beherrscht, bewies Tawil einmal mehr mit „Gott steh mir bei“, einem Lied, bei dem es um schwarze Kassen, verbrannte Erde, verstrahlte Meere und Hass geht. „Ich habe diesen Song in einem Moment größter Verzweiflung geschrieben“, erzählte Tawil. „Verzweiflung, weil die Welt sich immer mehr verändert, und ich das Gefühl habe, nichts dagegen tun zu können.“ Musik kenne keinen Hass, sagte Tawil weiter. „Lasst uns heute die Liebe feiern.“

Mehr von Aachener Nachrichten