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Aachen/Stolberg: „Abgang wohl seit langem vorbereitet”

Aachen/Stolberg : „Abgang wohl seit langem vorbereitet”

Auch der Wandkalender mit dem beziehungsreichen Titel „Immer schön sauber bleiben” muss in diesen Tagen aus der Aachener Praxis des verschwundenen Aachener Rechtsanwaltes und Insolvenzverwalters Hans-Jürgen S. weichen. Das Büro wird aufgelöst. „Am Freitag werden wir alle Insolvenzakten übergeben”, sagt Kollege Andreas Grossek, amtlich bestellter Vertreter von S.

Offensichtlich gelang es nur den beiden Mitarbeitern des 64-Jährigen, „immer schön sauber zu bleiben”. Denn: „Sie zeigen sich völlig ahnungslos. Denen hat Hans-Jürgen S. bereits im März gekündigt, was den Verdacht nährt, dass sein Abgang von langer Hand vorbereitet war”, so Grossek.

Ferner verfasste S. bereits im April Briefe „an meine Nachfolger”. Und: Mit dem Rechtsanwalt verschwand vor vier Wochen auch Ehefrau Ulrike - und sein schwarzer Riesenschnauzer „Sammy”. Weiteres Bargeld für seine Flucht dürfte er beim Verkauf der Villa seiner verstorbenen Mutter in Mönchengladbach vor wenigen Wochen kassiert haben.

Ob S. ohne den Immobilien-Deal „klamm” gewesen wäre, darf bezweifelt werden. Zwar ist das heimische Prachthaus in einer ruhigen Wohnstraße von Stolberg-Breinig auf seine Frau eingetragen, aber in Köln und Mönchengladbach besitzt S. dem Vernehmen nach weitere Häuser. Mit wie viel Geld der Insolvenzverwalter verschwand, ist längst noch nicht erfasst - 1,5 Millionen Euro lautet eine Schätzung. Es könnte auch mehr sein.