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Aachen: Aachener Unternehmer in Brasilien in Haft

Aachen : Aachener Unternehmer in Brasilien in Haft

Die Staatsanwaltschaft Aachen hat am Dienstag die Festnahme eines von ihr gesuchten deutschen Unternehmers in Brasilien bestätigt. Sie wirft ihm Betrug im großen Stil vor.

Mit einem Komplizen soll der 59-Jährige für seine Aachener Mobilfunkfirma Telecenter Berg GmbH Handys eingekauft, aber die Rechnungen nicht bezahlt haben. Der Schaden beträgt nach ersten Schätzungen rund 250.000 Euro. Die Auslieferung ist beantragt. Der mutmaßliche Komplize sitzt wegen eines anderen Vergehens in Deutschland in Haft.

Der in Brasilien festgenommene Mann habe im Jahr 2002 sämtliche Anteile der Firma von den Brüdern des mitbeschuldigten Komplizen gekauft. Im Mai 2002 sollen die „Betrügereien im großen Stil” begonnen haben. „Sie haben bei einigen Firmen Handys bestellt, ohne sie zu bezahlen und anderweitig verkauft und den Erlös für sich verbraucht”, sagte Oberstaatsanwalt Robert Deller. Zu dieser Zeit habe das Aachener Unternehmen bereits in finanziellen Schwierigkeiten gesteckt.

Der mutmaßliche Drahtzieher ging den Fahndern ins Netz, als er im deutschen Konsulat in Brasilien einen neuen Reisepass haben wollte. „Er sei Anfang Mai eingereist und habe unmittelbar danach seinen Reisepass verloren”, gab Deller dessen Anliegen wieder. Die Behörden hätten über das Auswärtige Amt recherchiert und den Haftbefehl festgestellt.

Nach Angaben brasilianischer Behörden war der 59-Jährige etwa 180 Kilometer von Rio de Janeiro entfernt mit einem Flugticket für den 1. Oktober nach Lissabon in der Tasche festgenommen worden. Die Staatsanwaltschaft teilte mit, der Mann sei vorbestraft, unter anderem wegen Betrugs.