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Aachen/Mönchengladbach: Aachener Produktion beim Theatertreffen

Aachen/Mönchengladbach : Aachener Produktion beim Theatertreffen

Die Auswahl steht fest, und das Theater Aachen gehört dazu.

Wenn vom 10. bis 18. Juli das 23. NRW-Theatertreffen unter dem Motto „Zeit.Zeichen” über die Vereinigten Bühnen Krefeld/Mönchengladbach geht, wird auch Tom Lanoyes Stück „Mamma Medea”, das Aachens Schauspieldirektor Michael Helle für das Große Haus inszeniert hat, dem Publikum vorgestellt.

„44 Aufführungen haben wir uns angesehen, die Wahl war nicht leicht”, so Jens Pesel, Intendant von Krefeld/Mönchengladbach. „Es ist eine Inszenierung, die wunderbar zu unserem Motto passt.”

Besonders spannend in diesem Zusammenhang ist für Pesel, der für zwei weitere Jahre Sprecher der Ständigen NRW-Theaterintendanten bleibt, der „ästhetische Bruch” zwischen erstem und zweitem Teil.

Während die Geschichte um Medea, Jason und das Goldene Vlies auf eine riesigen Halbkugel in einer eher klassisch-archaischen Szenerie spielt, findet die Fortsetzung in der schrecklich nüchternen Realität einer Asylbewerber-Unterkunft statt.

Michael Helle sieht nicht nur sich und seine Regie bestätigt: „Wir liefern damit auch einen Beweis, wie sinnvoll es ist, gutes Ensemble-Theater zu machen.” Technisch wird die halbBalanceakt. „Schon ein Tag zuvor wird eine Team der Bühnentechnik aufbauen, der Grundriss dort ist anders, eine schwierige aber lösbare Aufgabe.”

Was Helle aufgefallen ist: „Alle Stücke sind ein Bekenntnis zur Gegenwart.” Zu den Teilnehmern gehören neben „Mamma Medea” von Tom Lanoye, Regie: Michael Helle, Theater Aachen ferner „Auf der Suche nach der verlorenen Zeit” von Marcel Proust, dramatisiert von Harold Pinter und Di Trevis, Regie: Hermann Schmidt-Rahmer, Theater Dortmund;

„Platonow” von Anton Tschechow, Regie: Burkhard C. Kosminski, Düsseldorfer Schauspielhaus;

„Sechs Tanzstunden in sechs Wochen” von Richard Alfieri, Regie: Jürgen Bosse, Theater Essen;

„Free” von Simon Bowen, Regie: K.D. Schmidt, Schauspiel Köln;

„Der Drang” von Franz Xaver Kroetz, Regie: Ulrich Greb, Schlosstheater Moers;

„Die Wände” von Jean Genet, Regie: Roberto Ciulli, Theater an der Ruhr;

„Drei Schwestern” von Anton Tschechow, Regie: Karin Neuhauser, Städtische Buhnen Münster;

„Moby Dick” von Erik Schaffler nach Melville, Regie: Jürgen Eick, Rheinisches Landestheater Neuss;

„Rose Bernd” von Gerhart Hauptmann, Regie: Bernarda Horres, Theater Oberhausen;

„Das Mal der Dinge” von Neil LaBute, Regie: Tobias Krechel, Westfälische Kammerspiele Paderborn.

Den genauen Spielplan des 23. NRW-Theatertreffens werden die Bühnen Krefeld und Mönchengladbach Anfang Mai 2004 bekannt geben. Informationen wird es dann im Internet geben unter http://www.nrw-theatertreffen.de

„Mamma Medea” im Theater Aachen (jeweils 19.30 Uhr) noch am 18., 20., 28. März. Karten in allen Zweigstellen unserer Zeitung. Info: 0241/5101192, 0241/5101175