Aachen: Aachener Das Da Theater kapert wieder die „Linie 1“

Aachen : Aachener Das Da Theater kapert wieder die „Linie 1“

Die kommende Spielzeit wird dem Aachener Das Da Theater einen Rekord einbringen. „Dann knacken wir wohl die Marke von einer Million Euro Umsatz“, stellte Theaterleiter Tom Hirtz in Aussicht. Allerdings passiere das quasi nebenbei. Das eigentliche Ziel: „Wir wollen möglichst viele Menschen erreichen und dabei das gewohnte künstlerische Niveau bieten.“

Dafür gab es schon in der ablaufenden Spielzeit mehr als 500 Vorstellungen von 15 Produktionen für fast 55.000 Zuschauer, davon etwa 80 Prozent Abonnenten — eine Auslastung von 98 Prozent. Für die kommende Spielzeit hat sich das Regieteam — Hirtz, Maren Dupont und Achim Bieler — noch etwas mehr vorgenommen.

Aachener Erstaufführungen: Die Theaterleute sind stets auf der Suche nach neuen Stücken. Gute Erfahrung haben sie dabei mit Bühnenbearbeitungen von Romanen oder Filmen gemacht. Die Spielzeit startet folgerichtig mit „Honig im Kopf“ nach dem gleichnamigen Film von und mit Til Schweiger, die Alzheimer und Demenz als gesellschaftliche und ganz persönliche Herausforderung thematisiert. Ebenfalls erstmals in Aachen zeigt das Theater „Er ist wieder da“ nach dem gleichnamigen Bestseller von Timur Vermes. „Die Frage ist ja aktueller denn je: Wie gehen wir, wie gehen die Medien mit Rechtspopulisten um?“, betont Hirtz.

Auf einem autobiografischen Buch basiert „Ich werde nicht hassen“. Allerdings kauft das Theater dafür die preisgekrönte Produktion des Theaterhauses Stuttgart ein — der Monolog des palästinensischen Arztes, der in einem israelischen Krankenhaus arbeitet, aber in Gaza lebt.

Musical: Zum 30-jährigen Bestehen des Theaters durfte sich das Publikum eine Wiederaufnahme wünschen. Die Antwort war eindeutig: Mehr als 70 Prozent wollten das Musical „Linie 1“ noch einmal sehen. Hirtz rechnet mit reichlich Nachfrage und hat deshalb so geplant, dass „Linie 1“ parallel zu den Open-Air-Aufführungen in der Burg Frankenberg laufen kann.

Burg Frankenberg: Goethe zieht erstmals auf die Burg. Allerdings nicht im klassischen Format, sondern mit der erfolgreichen Komödie „Gretchen 89 ff.“ von Lutz Hübner, die die Kästchen-Szene auf Seite 89 des Reclam-Heftchens von „Faust“ immer wieder aus neuen Blickwinkeln ablaufen lässt.

Für Kinder: Es gibt in bewährter Art je ein Stück für Kinder ab drei und ab sechs Jahren. Für Kindergartenkinder hat Achim Bieler „Liselotte lauert“ nach dem Kinderbuch von Alexander Steffensmeier umgesetzt. Die Grundschulkinder dürfen sich auf „Ein Sams zu viel“ nach Paul Maar freuen.

Specials: Die Romane „Macho Man“, „Der Boss“ und „Milchschaumschläger“ von Moritz Netenjakob hat Tobias Steffen mit großem Erfolg beim Theaterdinner der vergangenen drei Jahre umgesetzt. Einen vierten Roman hat Netenjakob noch nicht geschrieben, dafür ein Theaterstück für seine Aachener Freunde: „Der Partyprofi“. Auch „Macho Man“ wird wiederaufgenommen. Netenjakob kommt selbst ins Theater mit seinem Programm „Mit Kant-Zitaten zum Orgasmus“.

Musikalisch: Das Tanja-Raich-Quartett stellt sein neues Album beim Weihnachtskonzert vor. Das Neujahrskonzert bestreitet die Almost Contemporary Jazzband.

Die Premierentermine im Überblick

„Honig im Kopf“: Premiere am 13. September.

„Er ist wieder da“: Premiere am 1. November.

„Ich werde nicht hassen“: Premiere am 17. Januar.

„Linie 1“: Premiere am 21. März.

„Gretchen 89 ff.“: Premiere am 20. Juni auf Burg Frankenberg.

„Liselotte lauert“: Premiere am 3. November, dann in Kitas in der Städteregion.

„Ein Sams zu viel“: Premiere am 10. November, dann in Schulen in der Städteregion.

„Der Partyprofi“: Premiere am 28. September; „Macho Man“: Premiere am 30. Oktober, als Theaterdinner auf dem Aachener Gut Hebscheid.

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