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Aachen: Aachener bieten Neonazis die Stirn

Aachen : Aachener bieten Neonazis die Stirn

Rund 500 friedliche Demonstranten haben am Vormittag ein Zeichen gegen den Aufmarsch von etwa 40 Neonazis in der Aachener Innenstadt gesetzt. Die Aachener Bevölkerung zeigte den von der Polizei abgeschirmten Rechtsradikalen eindrucksvoll die Rote Karte.

Menschen aus allen politischen Lagern und Altersgruppen standen am Straßenrand, um den Demonstranten zu zeigen, dass in Aachen kein Platz für rechte Parolen ist.

Einige radikale Linksautonome störten unterdessen den friedlichen Widerstand. Am Vormittag hatten sechs vermummte Autonome kurzzeitig das Hauptzollamt besetzt, um dort ein Plakat aufzuhängen. Sie wurden von der Polizei in Gewahrsam genommen. Am Theaterplatz wurden die Einsatzkräfte von Autonomen mit Tomaten und Eiern beworfen.

Gegen 13 Uhr wurde die Demonstration am Hauptbahnhof aufgelöst, die Neonazis haben mit Zügen die Stadt wieder verlassen.

Integrationsminister Armin Laschet (CDU) hatte die Neonazi-Demonstration scharf kritisiert. „Die Demonstration der Rechtsextremen in Aachen ist ein Anschlag auf den christlichen Heiligabend”, sagte Laschet am Dienstag der Nachrichtenagentur ddp. Der Termin sei „gezielt ausgewählt worden, um größeren Gegendemonstrationen aus dem Weg zu gehen und das Weihnachtsfest zu stören”.

Der Aachener Oberbürgermeister Jürgen Linden (SPD) sagte am Dienstagabend: „In dieser Stadt ist kein Platz für rechtsradikale Provokateure, die unsere Werte zerstören wollen.”

Die Polizei hatte am frühen Mittwochmorgen den Bereich zwischen Aachener Hauptbahnhof und Kapuzingergraben weiträumig gesichert und für den Verkehr gesperrt. Bewohner dieses Bereiches mussten Sperrungen, Parkverbote und Busumleitungen in Kauf nehmen.

Polizeipräsident Klaus Oelze lobte am Mittag seine Einsatzkräfte und dankte der Aachener Bevölkerung für ihren Anteil am friedlichen Verlauf der Veranstaltung.