Aachener Bachtage starten am 9. November

Aachener Bachtage : „Über-Irdisch“ lautet das Motto der Bachtage

Das Aachener Musikfestival bietet in seiner 46. Auflage sechs Konzerte und einen Festgottesdienst. Auch Jazzmusiker sind dabei.

In der vierteiligen Reihe, mit der sich der musikalische Leiter Georg Hage im Rahmen der Aachener Bachtage mit den Elementen beschäftigt, schlägt er nun das zweite Kapitel auf. Nach „Feuer und Flamme“ im vergangenen Jahr geht es jetzt „Über-Irdisch“ zu. In sechs Konzerten und einem Festgottesdienst widmet sich das Programm der 46. Auflage des Musikfestivals ganz den Aspekten Schöpfung und Beständigkeit auf der einen und Vergänglichkeit auf der anderen Seite.

Die Auswahl der Musikstücke macht aber auch deutlich: „In der Theologie und damit auch in der Kirchenmusik beinhaltet Erde und irdisch auch immer eine weitere Dimension“, sagt Hage. „Die Aussicht auf ein Leben nach dem Tod.“ Besonders in den beiden Chorkonzerten wird das klar: Am 17. November singt der Aachener Bachverein, unterstützt von Mitgliedern des Chores des Collegium Musicum der RWTH sowie des Chors der Universität zu Köln, instrumental begleitet von der Philharmonie Südwestfalen, im Eurogress das Verdi-Requiem. „Es gehört mit dem Mozart-Requiem zu den größten Totenmessen der Musikgeschichte“, findet Hage, der als Kantor an der Aachener Annakirche arbeitet. „Sie ist berühmter und tiefer als alle anderen.“ Bei aller Dramatik und apokalyptischen Endzeitstimmung, die auch in der Messa da Requiem von Giuseppe Verdi stecke, scheine eben auch das Ewige durch.

Am ersten Advent (1. Dezember) widmet sich BachVokal, der ehemalige Kammerchor des Bachvereins, zusammen mit den Barock-Spezialisten von „arcipelago“ weniger bekannten, aber nicht weniger eschatologischen Werken: Johann Sebastian Bachs Sohn Carl Philipp Emanuel kleidet die Ankunft Gottes auf Erden ins Magnificat, Joseph Haydn feiert die Schöpfung Gottes mit der gleichnamigen Messe.

Mit dem außergewöhnlichen Programm „tra cielo e terra“ (Zwischen Himmel und Erde) widmet sich „arcipelago“ zudem dem musikalischen Phänomen „ground“, in dem sich ständig wiederholende Basslinien mit reich verzierten Oberstimmen kombiniert werden. Für das Kammerkonzert am 21. November haben die Originalklang-Experten selten gespielte Ostinato-Kompositionen des italienischen Frühbarocks ausgewählt.

Stilistisch ganz anders starten die 46. Aachener Bachtage traditionell mit dem Jazzkonzert am 9. November: „Uwaga!“ präsentiert das extra für die Bachtage konzipierte neue Programm „Bach to the roots“ in der Annakirche. Mit Improvisationen zu Stücken aus der Johannes-Passion und dem „Air“ aus der Orchestersuite greifen die vier Jazzmusiker mit vielseitigen musikalischen Wurzeln das Motto „Über-Irdisch“ auf – mit Respekt und Frechheit gegenüber der Musikgröße Bach zugleich.

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