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Aachen: Aachen feiert seinen Klassiker der Moderne

Aachen : Aachen feiert seinen Klassiker der Moderne

Er ist ein Klassiker der Moderne, international anerkannt seit den 50er Jahren und einer der wichtigsten Exponenten der deutschen informellen Malerei: Karl Otto Götz.

Geboren wurde er am 22. Februar 1914 in Aachen. Beide großen Museen seiner Heimatstadt, das Suermondt-Ludwig-Museum und das Ludwig Forum, nehmen den 90. Geburtstag des Künstlers zum Anlass einer großen Doppel-Schau vom 27. März bis zum 31. Mai.

Sie stellt 2004 den Höhepunkt in den Ausstellungsprogrammen beider Häuser dar, die heute im Aachener Kulturausschuss vorgestellt werden.

Das Suermondt-Ludwig-Museum würdigt in seiner großen Ausstellungshalle den „klassischen” Karl Otto Götz, angefangen mit ersten, vom Surrealismus beeinflussten Werken aus den 30er Jahren, die dem jungen Maler bereits die Verfolgung durch die Nazis einbrachten.

Die Formen buchstäblich „zum Explodieren” brachte er dann ab den 50er Jahren, er wurde schnell einer der bekanntesten Maler des Informel. Mit einem besenartigen Pinsel, einer Rakel, fertigte er schwungvoll unter Einsatz des ganzen Körpers in Sekundenschnelle seine Bilder.

Stilistisch blieb er sich bis ins hohe Alter treu, über Jahrzehnte schuf er in seinem Atelier im Westerwald immer wieder neue Variationen.

Das Ludwig Forum präsentiert dagegen die bislang unbekannte Seite des Künstlers. Vorgestellt wird eine umfangreiche Serie schwarzer Stahlplastiken, keramische Skulpturen und fotografische Lichtarbeiten.

Das übrige Programm

Die übrigen Ausstellungsprojekte im Ludwig Forum 2004: Der dänische Künstler Jeppe Hein entwickelt eine groß angelegte Installation aus interaktiven Objekten (24. April bis 25. Juli).

Im „Lichthof” beginnt eine neue Ausstellungsreihe mit Werken, die Bezug nehmen sollen auf die elektronischen Objekte von Nam June Paik und Jenny Holzer. Den Anfang macht Margret Eicher mit Puzzles aus riesigen Tapisserien (ab 14. Mai).

Die aktuelle Schweizer Szene präsentiert sich (25. September bis 28. November), ehe das Werk einer Vertreterin der russischen Malerei, Natalya Nesterova, gezeigt wird (16. Oktober bis 28. November). Im Dezember beschließt die traditionelle Schau des aktuellen Kunstpreisträgers Aachen, der heute gekürt werden soll, den Ausstellungsreigen2004.

Das weitere Programm im Suermondt-Ludwig-Museum: Vorgestellt wird der gebürtige Monschauer Künstler Vincent Weber (1903-1990) mit seinen Bauhausarbeiten und dem in Italien entstandenen Spätwerk (12. Juni bis 1. August).

Dem Dokumentarfotografen Willy Ronis, 1910 in Paris geboren, ist eine Schau gewidmet (14. August bis 7. November), ehe eine Auswahl von Albrecht Dürers Druckgrafik aus dem Bestand des Kupferstichkabinetts gezeigt wird (20. November bis 23. Januar).

Gleichfalls im Kupferstichkabinett zu sehen: Peter Ewig (24. Januar bis 14. März), Erich Mueller-Kraus, Aachener Künstlerfreund von Karl Otto Götz (27. März bis 30. Mai), A. D. Trantenroth (12. Juni bis 22. August) und Christoph Loos (4. September bis 31. Oktober).