Aachen: Aachen feiert den 40. Jahrestag seines Weltkulturerbes

Aachen : Aachen feiert den 40. Jahrestag seines Weltkulturerbes

Schwarz-gold-bunt in edlem Druck, der Dom darauf in feinen Linien — das fällt auf, und das soll es auch: Das Programm zur Festwoche „Aachener Dom — Erbe für die Welt“ liegt druckfrisch vor. Vom 22. bis 30. September werden 40 Jahre Unesco-Weltkulturerbe durchleuchtet und hinterfragt, Vergangenes mit Gegenwart und Zukunft verknüpft.

Andacht, Historie, Musik, Wissenschaft und opulente Spektakel werden sich zu einem facettenreichen Spektrum verbinden.

Umrahmt von zwei großen Festgottesdiensten am 23. und 30. September, bietet das Programm ein kritisches Nachdenken über die Bedeutung des Doms und anderer Stätten des Weltkulturerbes. Nach dem Festakt im Rathaus, bei dem NRW-Ministerpräsident Armin Laschet die Glückwünsche des Landes überbringt, können die Besucher viele Wege wählen, um sich dem Dom zu nähern. Nur in dieser Woche ist es zum Beispiel möglich, jene Bereiche zu betreten, die normalerweise nur bei Domführungen aufgeschlossen werden — den Kaiserthron im ersten Obergeschoss, die Chorhalle und sämtliche Kapellen.

„Der Dom ist eine Marienkirche, deshalb stehen dort, wo Marienstatuen zu finden sind, auch Domführer, die dazu etwas erzählen“, verrät Dompropst Manfred von Holtum. Im Musikprogramm setzt sich der Weltkulturerbe-Gedanke fort, etwa mit Musik aus den Aachener Partnerstädten Reims und Toledo sowie aus Krakau, das gleichfalls vor 40 Jahren auf die Welterbe-Liste kam. Ein szenisches Frühwerk von Georg Friedrich Händel wird das Theater Aachen mitten im Dom präsentieren, der zudem den Rahmen für einen Poetry-Slam bietet. Auf dem Katschhof treffen sich Chöre sowie Hunderte Bläser und Geiger der Musikschulen Aachen und Kerkrade.

Aktuellen Fragen soll sich das wissenschaftliche Programm widmen. „Der Dom ist mehr als all seine Steine“, betont Dombaumeister Helmut Mainz, der diesmal auf bestimmte Fragen eingehen möchte: Was tut ein Welterbe-Manager? Wie sieht es mit dem Welterbe im Blick der Weltreligionen aus? Kann Zerstörtes — etwa Palmyra oder Sanaa — wieder aufgebaut werden? Soll es das überhaupt? Wie geht man mit dem Welterbe anderenorts um?

Jungen Menschen widmet man sich gemeinsam mit der Stadt Aachen bei Aktionen wie der Entwicklung einer „Dom-App“. „Wir wollen wissen, ob Jugendlichen so ein Weltkulturerbe überhaupt wichtig ist“, meint Oberbürgermeister Marcel Philipp und Kulturdezernentin Susanne Schwier weist bereits auf den nächsten „Archimedischen Sandkasten“ der Reihe „Future Lab Aachen“ im Sommer hin, der diesmal das Thema „Oktogon“ umsetzt. Am 30. September wollen 600 Jugendliche des Kindermissionswerkes „Die Sternsinger“ ab 16 Uhr den Dom in ihre Mitte nehmen und ihn Hand in Hand umrunden.

Auch die Satire hat ihren Raum, wo man gern Sagen vom Teufel erzählt: „Erben ist Glücksache“ stellt Kabarettist Wendelin Haverkamp fest — sein persönliches Statement zum Weltkulturerbe am 29. und 30. September im Quadrum.

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