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Köln: 90 Prozent der Kölner Autofahrer dürfen in die Umweltzone

Köln : 90 Prozent der Kölner Autofahrer dürfen in die Umweltzone

Ein halbes Jahr nach Einrichtung der Kölner Umweltzone haben sich rund 90 Prozent der in Köln gemeldeten Autofahrer eine Schadstoffplakette besorgt. Sie berechtigt zur Einfahrt in weite Teile der Innenstadt sowie in die Stadtteile Deutz und Mülheim.

Wie Ordnungsamtchef Robert Kilp am Mittwoch mitteilte, wurden bislang über 420 000 Umweltplaketten verkauft.

Umweltdezernentin Marlis Bredehorst rechnet damit, dass die Einrichtung des 16 Quadratkilometer großen Areals erst in den Jahren 2009 und 2010 volle Wirkung zeigt, wenn alle Ausnahme- und Übergangsregelungen ausgelaufen sind. Dann ist die Umweltzone auch für Autos tabu, die Aufgrund von schlechten Abgaswerten nur eine rote Umweltplakette erhalten haben.

Ab dem Jahr 2010 hat jeder Bürger einen Rechtsanspruch darauf, dass ein Jahresmittelgrenzwert von 40 Mikrogramm Stickoxide pro Kubikmeter Luft in seiner Gemeinde eingehalten wird. Durch die Umweltzone könnte diese Vorgabe für Köln knapp erfüllt werden, sagte Bredehorst weiter.

Bis zum 31. März wurden Verstöße gegen die Plakettenpflicht lediglich mit mündlichen Verwarnungen geahndet. Seit 1. April müssen Autofahrer, die mit besonders umweltbelastenden Fahrzeugen in der Umweltzone angetroffen werden, 40 Euro zahlen. Sie werden zudem mit einem Punkt in der Verkehrssünderkartei in Flensburg belastet.

Autofahrer, die ohne Plakette angetroffen werden, obwohl ihr Fahrzeug schadstoffarm ist, können die Umweltplakette für fünf Euro bei der Stadt kaufen und haben dann keine weiteren Sanktionen zu fürchten.

Seit 1. April wurden 2870 Autos ohne Plakette in der Umweltzone erwischt. Dabei bekamen 930 Autofahrer die Gelegenheit, diese nachzukaufen. Dezernentin Bredehorst hofft, dass die Umweltzonen in fünf bis zehn Jahren wieder überflüssig werden: „Das könnte geschehen, wenn der Fahrzeugpark in Deutschland komplett auf umweltfreundlichere Technologien umgestellt ist.”