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Aachen: 90 Priester sagen „Nein” zu Kündigungen

Aachen : 90 Priester sagen „Nein” zu Kündigungen

Der Streit um die Sparpläne des Aachener Bistums weitet sich aus. In einem außergewöhnlichen Schritt haben 90 Priester Bischof Heinrich Mussinghoff zu einer Kurskorrektur aufgerufen.

In einer am Donnerstag vorgestellten Resolution fordert die Initiative, auf die Kündigung von rund 200 Beschäftigten zu verzichten und alternative Einsparmöglichkeiten zu nutzen. Scharfe Kritik hatte es zuvor vom Kirchensteuerrat und aus Katholikenräten gegeben.

Stil der Bistumsleitung kritisiert

Wegen eines drohenden Defizits will das Bistum in den kommenden drei Jahren 50 Millionen Euro einsparen. „Die Resolution ist ein klares Nein zu betriebsbedingten Kündigungen”, sagte Pfarrer Frank Reyans von der Priesterinitiative bei der Vorstellung. Die Priester kritisierten auch den Umgangsstil der Bistumsleitung als „über die Köpfe der Betroffenen hinweg”. Das Bistum kündigte an, die zuständigen Gremien bei weiteren Entscheidungen frühzeitig zu informieren.

Unter den Beschäftigten gebe es eine große Bereitschaft, für Stellensicherungen auf Leistungen zu verzichten, sagten die Priester. Das Bistum müsse diese und auch andere alternative Sparmaßnahmen ausschöpfen. Mit ihrer Resolution stützten die 90 von insgesamt 300 aktiven
Priestern im Bistum konkrete Forderungen aus den Reihen der Beschäftigten.

„Die Dinge sind in Arbeit”, sagte Bistumssprecher Jobst Rüthers. Der Verzicht auf Gehaltserhöhungen sowie auf Urlaubs- und Weihnachtsgeld seien Gegenstand der laufenden Tarifverhandlungen. Die Gründung eines vorgeschlagenen Solidaritätsfonds, in den nicht tariflich bezahlte Arbeitnehmer spenden könnten, werde zur Zeit eingerichtet.