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90-Jährige um 80.000 Euro erleichtert

90-Jährige um 80.000 Euro erleichtert

Köln (an-o/pol-k) - Unbekannte Betrüger haben eine Kölner Seniorin in der vergangenen Woche um 80.000 Euro geschädigt. Als angebliche Teppichhändler hatten sie mit der 90-Jährigen Kontakt aufgenommen, sich ihr Vertrauen erschlichen und zur Zahlung dieses Betrages als angeblich kurzfristigen Kredit überreden können.

Während die Schadenshöhe im vorliegenden Fall als außergewöhnlich anzusehen ist, sind es die Betrugsfälle selbst nicht. So wurden allein bei der Kölner Polizei in den vergangenen drei Monaten rund ein Dutzend gleich gelagerter Fälle zur Anzeige gebracht. Der hierbei entstandene Schaden addiert sich bisher auf zirka 200.000 Euro.

Die typische Arbeitsweise beschreibt die Kripo Köln so: Als Opfer werden gezielt alte und meist gebrechliche Menschen ausgesucht. Die Gesprächsaufnahme erfolgt zunächst per Telefon.

Hierbei geben sich die Anrufer als Teppichhändler und Kaufleute aus und beziehen sich auf angeblich bereits länger zurückliegende Geschäftsbeziehungen bzw. sprechen die Senioren als ehemalige und bekannte Kunden an. Nach dieser vertrauensbildenden Kontaktaufnahme erfolgt als nächster Schritt der persönliche Hausbesuch mit der entsprechenden Vorzeigeware - Teppiche oder Brücken - von guter
Qualität.

Sprachlich sehr geschickt und äußerst wortgewandt berichten die Betrüger - die bisher stets zu zweit auftraten - dann von einer kurzfristigen finanziellen Notlage. So verfügen sie angeblich über ein weit aus größeres Warenangebot, das jedoch beim Zoll gelagert und festgehalten würde. Nun seien sie auf Grund einer ausstehenden Zahlung eines Großkunden nicht in der Lage die Zollgebühren zu entrichten und somit gehindert, ihre eigene wertvolle und gute Ware den Kunden präsentieren zu können.

Im aktuellen Fall lies sich die alte Dame von den beiden angeblichen Kaufleuten mit dieser Geschichte zu einer Darlehensvergabe in Höhe von 80.000 Euro überreden. Als Pfand und Sicherheit ließen die Betrüger vier wertlose Teppiche zurück.

Oft kann die Polizei gerade die potentiellen Opfer dieser Betrugstaten über Warnmeldungen und Publikationen nicht erreichen. Deshalb werden Familienangehörige, Verwandte, Freunde, Bekannte oder andere Bezugspersonen von älteren Menschen gebeten, Seniorinnen und Senioren die Arbeitsweise dieser Täter zu schildern und sie davor zu warnen. Bei Auftreten solcher Betrüger bigt es nur eines: Telefon - "110" wählen.