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Aachen: 4. Sinfoniekonzert: Auch in der Musik gibt es „Abschreiber”

Aachen : 4. Sinfoniekonzert: Auch in der Musik gibt es „Abschreiber”

Wie bitte, die Herrschaften haben abgeschrieben? Ganz so ist es dann doch nicht, aber „Abschreiber”, das Motto des 4. Sinfoniekonzertes der laufenden Saison, geht trotzdem in die richtige Richtung.

Denn die Komponisten aller Zeiten und Länder haben natürlich nicht im luftleeren Raum gearbeitet, sondern sich gegenseitig beeinflusst. Am Mittwoch, 13. Februar, und Donnerstag, 14. Februar, zeigt das Aachener Sinfonieorchester ab 20 Uhr im Aachener Eurogress an der Monheimsallee, wie das konkret aussieht.

Auf dem Programm steht etwa Franz Schuberts Sinfonie Nr. 5 B-Dur. In diesem Werk hat sich Schubert die Leichtigkeit und tiefgründige Einfachheit Wolfgang Amadeus Mozarts zum Vorbild genommen. Mit seinen Liedern, von denen die Vertonung von Goethes „Erlkönig” wohl das bekannteste ist, wurde er selbst schon bald nach seinem Tod zum Vorbild für andere Komponisten.

An den beiden Abenden sind neben dem „Erlkönig” die Vertonungen von „Gruppe aus dem Tartarus”, „Prometheus”, „Memnon”, „Du bist die Ruh´” und von „Im Abendrot” zu hören. Es singt der Bariton Martin Berner, Mitglied im Aachener Ensemble. Eine Hommage ganz anderer Art ist das „Konzert für Orchester” des polnischen Komponisten Witold Lutoslawski, der hier dem gleichnamigen Konzert von Bela Bartok eine Referenz erweist und in dem 1954 uraufgeführten Stück die Instrumentengruppen porträtiert.

Am Pult steht mit Mikhel Kütson ein junger, hoffnungsvoller Dirigent. Der 1971 in Tallinn/Estland Musiker studierte zunächst in seiner Heimatstadt und wurde 1992 als Stipendiat in die Dirigierklasse von Klauspeter Seibel an der Hochschule für Musik Hamburg aufgenommen.

Seit 2001 ist er eng mit der Niedersächsischen Staatsoper Hannover verbunden, zunächst als Gastdirigent und von 2002 bis 2006 als Erster Kapellmeister. Seit dieser Saison ist er Generalmusikdirektor am Landestheater Schleswig-Holstein. 2002 wurde er ins Förderprogramm „Dirigentenforum” des Deutschen Musikrates aufgenommen und erhielt 2006 den Deutschen Dirigentenpreis, eine der höchstdotierten Auszeichnungen für Dirigenten weltweit.