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Aachen: 4. Kammerkonzert begeistert Publikum im Theater Aachen

Aachen : 4. Kammerkonzert begeistert Publikum im Theater Aachen

Drei Meisterwerke, dazu eine Überraschung aus der Feder eines Aachener Cellisten. Und das alles auf vorzüglichem Niveau serviert. Am 4. Kammerkonzert im gewohnt gut besuchten Foyer des Theaters Aachen gab es so gut wie nichts auszusetzen.

Mit David Kindt an der Klarinette, dem Cellisten Daniel Wenzel und der Pianistin Susanna Amirkhanyan erschlossen sich sehr junge Musiker das Hauptwerk der Programmfolge, das abgeklärte Klarinetten-Trio aus der letzten Schaffens- und Lebensphase von Johannes Brahms. Zu hören war eine ruhige, intensive und im Zusammenspiel erfreulich homogene Interpretation, die die „herbstliche Tönung“ ebenso berücksichtigte wie die innerlich glimmende Energie, so dass deutlich wurde, dass Brahms in seinen letzten Jahren nichts an Schaffenskraft eingebüßt hat.

Der Klarinettist und seine armenische Partnerin am Klavier eröffneten die Werkfolge bereits vielversprechend mit einer klanglich fein abgestuften und atmosphärisch dichten Interpretation von Claude Debussys erster Klarinetten-Rhapsodie. Auch hier konnten die Musiker die zarten, fast schleppenden Passagen mit der filigranen Vitalität der schnelleren Teile bruchlos verknüpfen.

Vier Damen des Aachener Sinfonieorchesters widmeten sich dem Streichquartett in B-Dur op. 76 Nr. 4 von Joseph Haydn, einem weiteren anspruchsvollen Spätwerk. Stephanie Albers und Ulrike Fröhlich (Violine), Teresa Westermann (Viola) und Almuth Ensinger (Violoncello) gelang eine schlanke, transparente Darstellung, die die kompositorische Meisterschaft in allen Sätzen mit beachtlicher Delikatesse und Überlegenheit zur Geltung brachte. Eine Interpretation, die dem Gewicht und der Bedeutung des Stücks gerecht wurde.

Für eine reizvolle Überraschung sorgte der in Belgrad geborene Cellist Mladen Miloradovic, der seit dieser Spielzeit dem Aachener Orchester als stellvertretender Solo-Cellist angehört. Er begeisterte das Publikum mit einer Eigenkomposition, und zwar einer stimmungsvollen, klanglich subtilen und spieltechnisch heiklen Fantasie für Solo-Cello, die nicht zuletzt durch das musikalische Kolorit seiner heimatlichen Region für sich einnahm. Interpretiert hat es der Komponist wie aus einem Guss.

Ein denkbar schöner Abschluss der Kammermusiksaison. Entsprechend angetan reagierte das Publikum. Das 4. Kammerkonzert wird heute Abend um 20 Uhr im Spiegelfoyer des Theaters wiederholt. Karten gibt es beim Kundenservice des Medienhauses Zeitungsverlag Aachen.