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Grevenbroich: 3000 Menschen demonstrieren an Kraftwerksbaustelle für Klimaschutz

Grevenbroich : 3000 Menschen demonstrieren an Kraftwerksbaustelle für Klimaschutz

Für den Klimaschutz haben Umweltschützer am Samstag an der Baustelle des neuen RWE-Braunkohlenkraftwerks in Grevenbroich-Neurath demonstriert. An der Veranstaltung beteiligten sich nach Angaben der Polizei rund 3000 Menschen.

Veranstaltet wurde die Aktion von der Klima-Allianz NRW, einem Bündnis aus mehreren Umweltorganisationen, der evangelischen Kirche und anderen Verbänden.

„Wir brauchen eine neue industrielle Revolution. Eine Revolution weg von der Dinosauriertechnologie der klimaschädigenden Kohlekraftwerke und hin zu einer effizienten, klimafreundlichen und menschenverträglichen Energiestruktur auf Basis der erneuerbaren Energien”, sagte der Geschäftsleiter des Landesverbandes NRW des Bundes für Umwelt und Naturschutz, Dirk Jansen.

„Noch bleibt Zeit zum Gegensteuern”, sagte der Präses der Evangelischen Kirche von Westfalen, Alfred Buß. „Wir haben nicht zu wenig Zeit, aber wir verschwenden zu viel davon, wie wir in den reichen Ländern schon viel zu lange viel zu viel Energie verschwenden”, so Buß.

Wolle die Bundesregierung die CO2-Emissionen reduzieren, müsse das vor allem in NRW gelingen, sagte der Landesvorsitzende des Naturschutzbundes, Josef Tumbrinck. „Machen Sie NRW vom Energieland Nummer eins zum Vorreiter Nummer eins in Sachen Klimaschutz”, forderte er von der Landesregierung.

Der Landesverband der Grünen wertete die Neurather Demonstration als Zeichen für eine wachsende Bürgerbewegung für den Klimaschutz. Die Bewegung richte sich auch gegen den Bau von Kohlekraftwerken, hieß es in einer Mitteilung. Die Menschen hätten durch ihre Teilnahme gezeigt: „Die Herausforderung dieses Jahrhunderts, der Klimaschutz, darf nicht allein den Regierungen überlassen werden.”

„Die Landesregierung verfolgt ehrgeizige, aber realistische Klimaschutzziele und freut sich über jeden konstruktiven Beitrag”, erklärte der Sprecher des NRW-Wirtschaftsministeriums, Joachim Neuser, am Sonntag in Düsseldorf. Dazu gehörten an erster Stelle zusätzliche Anstrengungen beim Energiesparen und verstärkte Bemühungen beim Einsatz erneuerbarer Energien wie etwa Erdwärme. Der Sprecher verwies außerdem auf das Kraftwerkserneuerungsprogramm sowie die Forschungen zum sogenannten CO2-freien Kraftwerk.

„Wir sehen mit Sorge, dass die Kohle ins Zwielicht gerückt wird, obwohl sie zur Verringerung von klimaschädlichen Emissionen einen wertvollen Beitrag leisten wird”, hatte das Energieunternehmen RWE anlässlich der Veranstaltung in Neurath bereits am Freitagabend erklärt. Klimaschutz sei ein Begriff, den niemand für sich allein pachten könne. „Menschen, die sich in ehrlicher Sorge für die Umwelt engagieren und gleichzeitig für eine stabile Versorgung eintreten, verdienen Respekt und Unterstützung”, hieß es weiter. RWE verwies auf moderne Kraftwerke mit weniger CO2-Ausstoß sowie die Technologie der CO2-Abtrennung und Einlagerung.

Die Aktion in Neurath war Teil eines weltweiten Aktionstags, mit dem die bei der Weltklimakonferenz auf Bali vertretenen Länder zum Handeln gegen den Klimawandel aufgerufen werden sollen.

(Internet: www.die-klima-allianz.de) dpa hs ka yynwd tob