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Aachen: 250 Millionen Jahre altes Reptil sucht Heimat

Aachen : 250 Millionen Jahre altes Reptil sucht Heimat

Seine Ähnlichkeit zum „großen Bruder” ist unverkennbar: Der Eifelosaurus ist am Freitag, 31. März, in Aachen erstmals als Rekonstruktion zu begutachten.

Im Rahmen der 45. Arbeitstagung des Verbandes Deutscher Präparatoren, die an der RWTH Aachen stattfindet, wird der 60 Zentimeter lange Pflanzenfresser für Aufsehen sorgen. „Teile des Skeletts des Eifelosaurus wurden vor rund 100 Jahren beim Abbau von Rotem Sandstein in der Eifel gefunden”, erklärt Werner Kraus, der zwei Exemplare der Urzeittiere innerhalb eines Jahres rekonstruierte.

Kraus ergänzte Halswirbel, Kopf und Schwanz des Tieres, das vor geschätzten 243 bis 250 Millionen Jahren zur Zeit der Trias in der Eifel gelebt haben soll. Es ist der einzige Reptilien-Fund aus dem Erdmittelalter der Eifel. Wissenschaftler ordnen den Eifelosaurus den Rynchosauriern zu, die im frühen Erdmittelalter eine weit verbreitete kleine bis mittelgroße Reptiliengruppe darstellt.

Zur Rekonstruktionsarbeit zog Kraus die verschiedensten Daten hinzu: Anhand von Studien des Fundes mit anatomischen, physiologischen und morphologischen Gegebenheiten fertigte er ein dreidimensionales Modell aus Fimo-Kunstplastilin an, dessen Aussehen durch einen papageienartigen Schnabel bestimmt wird.

Der Arbeit vorausgegangen war ein Forscherstreit, ob Eifelosaurus ein eidechsenartiges Reptil oder ein Rynchosaurier ist. „Während ich ersteres Modell schon länger als Auftragsarbeit abgeschlossen hatte, fehlte mir immer der Eifelosaurus als Rynchosaurier”, erklärt der renommierte Fachpräparator der Geowissenschaften in Deutschland.

Einen Namen machte sich Kraus vor allem mit Rekonstruktionen von Lebewesen aus der Eiszeit oder der Steinkohlenzeit, wie zum Beispiel einem Riesentausendfüßler von zwei Metern Länge oder einer Riesenlibelle mit über 72 Zentimetern Flügelspannweite.

Noch sucht der Eifelosaurus einen Besitzer, vielleicht ist er ja bald in einem Naturkunde-Museum zu sehen, wie „Vater” Kraus hofft.