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Düsseldorf: 23. Geldautomat in die Luft gesprengt

Düsseldorf : 23. Geldautomat in die Luft gesprengt

Erneut haben Unbekannte zwei Geldautomaten aufgesprengt, um an Bargeld zu kommen. Die Täter drangen in der Nacht zum Freitag in den Vorraum einer Bank in Moers im Kreis Wesel ein.

Mehrere Anwohner hätten einen Knall gehört, wegen der Dunkelheit aber nichts gesehen, sagte ein Polizeisprecher. Anschließend flüchteten die Täter mit zwei Fahrzeugen. Zur Höhe der Beute wollte der Sprecher keine Angaben machen. Das Landeskriminalamt (LKA) hat seit Anfang 2005 bereits 23 solcher Taten in Nordrhein-Westfalen registriert und geht von einem Zusammenhang aus.

Allein in diesem Jahr gab es bisher acht Fälle. So erbeuteten Unbekannte erst am Mittwoch bei der Sprengung zweier Automaten in Mönchengladbach einen sechsstelligen Geldbetrag. Ähnlich hoch war die Beute bei einer Tat Ende Januar in Titz im Kreis Düren.

In Mönchengladbach setzten Versicherung (10.000 Euro) und das Geldinstitut (5000 Euro) Belohnungen für Hinweise aus, die zur Ergreifung der Täter und Wiederbeschaffung der Beute führen. Dies teilte die Polizei Mönchengladbach am Freitag mit.

In etwa der Hälfte der Fälle blieben die Täter erfolglos und flüchteten ohne Geld. „Oft entsteht hoher Sachschaden, weil das Gebäude durch die Sprengung beschädigt wird”, sagte LKA-Sprecher Frank Scheulen. „Die Täter suchen sich überwiegend abseits gelegene Geldautomaten aus, zum Beispiel in Industriegebieten, wo nachts kein Publikumsverkehr herrscht”, berichtete Scheulen. „Videokameras werden vorher so manipuliert, dass sie keine Bilder aufnehmen.”

Gefährliches Gemisch

Die meisten Tatorte lägen im Rheinland, aber auch im Ruhrgebiet oder in Westfalen gebe es ähnliche Fälle. Und auch in anderen Bundesländern waren Automaten-Sprenger in der Vergangenheit aktiv. Nach Einschätzung des LKA sind mehrere Gruppierungen am Werk, darunter auch Nachahmungstäter.

„Für die Sprengungen verwenden die Täter ein Gas-Luft-Gemisch”, sagte Scheulen. Dies sei auch für sie sehr gefährlich, weil Stärke und Zeitpunkt der Explosion nicht präzise kalkuliert werden könnten. So sei vor einiger Zeit ein Verdächtiger in Rheinland-Pfalz bei einer Sprengung schwer verletzt worden. Seine Komplizen hätten den Mann daraufhin in ein Auto gezerrt und vor einem Krankenhaus abgelegt.