1. Kultur

Brüssel: 175 Jahre Belgien: Es wird geklotzt

Brüssel : 175 Jahre Belgien: Es wird geklotzt

175 Jahre Belgien: Der Geburtstag des Staates in diesem Jahr wird nicht nur mit Staatsakten gefeiert. Die Menschen, die in der Hauptstadt Brüssel deren kulturelles Leben gestalten, feiern das Jubiläum vor allem mit spektakulären Präsentationen.

Die noch von dem unlängst verstorbenen Ausstellungsmacher Harald Szeemann organisierte Schau „Visionäres Belgien” vermittelt ein authentisches Bild vom Zustand des Nachbarstaates. Gleiches gilt auch für die über den Rahmen der Kunst hinaus gehende „Expo” mit dem Titel „Made in Belgium” in der Kunsthalle der Dexia-Bank, die von deren Direktor René Schyns sowie den Fachleuten Jean-Christophe Hubert und Jacques Broun zusammengestellt wurde.

Der Besuch bei „Made in Belgium” wirkt wie der Rundgang entlang der Stände und Kojen auf einer in ihrem Angebotsspektrum sehr breit gefächerten Messe - und wie das Blättern in einer Dutzende von Bänden umfassenden Enzyklopädie. Alles, alles, was öffentliches Interesse erheischen kann, erhält Bilder und kommt zur Sprache. In dieser Dramaturgie spielen auch Kostbarkeiten aus der Aachener Domschatzkammer eine Rolle, so zum Beispiel das „Leichentuch Karls des Großen” (der auch für die hinter die Unabhängigkeitserklärung vom 4. Oktober 1830 zurück greifende nationale Mythologie eine Rolle spielt).

Doch es geht nicht nur um Kulturgüter im etablierten Sinn: Derweil sich Freunde der Literatur an der in einer Vitrine untergebrachten Hommage an den aus Lüttich stammenden Schriftsteller Georges Simenon satt sehen können, decken zum Beispiel eine überaus opulent geratene Comic-Abteilung, der Schaukasten mit den Trophäen der „roten Teufel” (der belgischen Fußball-Nationalmannschaft) und ein Rennrad der ewigen Sportgröße Eddy Merckx andere Schau-Bedürfnisse.