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120 kleine Post-Filialen sollen schließen

120 kleine Post-Filialen sollen schließen

Aachen (an-o) - Die Post sucht neue Partner -Êund die alten werden deshalb nervös. 120 kleine Filialen im Regierungsbezirk Köln würden in den nächsten Monaten geschlossen, fürchtet der Betriebsrat.

Ein Unternehmenssprecher redet vorsichtiger von "Umstrukturierungen". "Es wird keine ersatzlosen Schließungen geben", sagt Post-Pressesprecher Achim Gahr, "und kein Mitarbeiter wird betriebsbedingt gekündigt".

Auf die Straße setzen kann der Gelbe Riese ohnehin so schnell niemanden. "Bis Ende 2004 sind betriebsbedingte Kündigungen ausgeschlossen", weiß Jürgen Chlupaty, Betriebsratsvorsitzender bei der Vertriebsdirektion Dortmund, Standort Köln. Solange sichert eine Vereinbarung zwischen Unternehmensführung und Gewerkschaft den Kollegen die Jobs. Den Beschäftigten müssten "sozialverträglich" andere Arbeitsplätze angeboten werden, so Chlupaty, wenn denn die Post "mit dem großen Hammer alles platt machen" wolle. Sie will "umstrukturieren", so Pressesprecher Gahr.

Längere Öffnungszeiten

Für einige unrentable kleine Filialen im ländlichen Raum ("Weit weniger als 120", so Gahr) biete sich als Alternative eine Postagentur an. Für die Kundschaft ändere sich damit nur wenig, "die Leute gehen dann zum Beispiel nur nach nebenan ins Lottogeschäft". Nach solchen Partnern sucht die Post derzeit; erst wenn sie gefunden sind, klappt´s auch mit der Umstrukturierung. Denn sang- und klanglos kann das Unternehmen nicht die Schalter schließen, das Post-Universaldienstleistungsgesetz regelt die Dichte des Filialnetzes.

Die Agenturen bieten laut Gahrs viele Vorteile: Die Kundschaft profitiere von längeren Öffnungszeiten, die Betreiber bekämen neben der Vergütung von der Post Kunden in die Läden, die außer Briefmarken noch andere Dinge kaufen würden -Êund der Gelbe Riese spare Kosten: Für die eigene Filiale müssten keine Mieten und Nebenkosten bezahlt werden und über die "natürliche Fluktuation" würde mittelfristig auch Personal eingespart.