Kreis Heinsberg: Künstlerin schafft einen ganz besonderen Kosmos

Kreis Heinsberg: Künstlerin schafft einen ganz besonderen Kosmos

Der Kunstverein Region Heinsberg eröffnet am kommenden Sonntag, 26. April, um 11.30 Uhr in Heinsberg-Unterbruch (Horster Hof 1) die Ausstellung „Feerinden” mit Werken der Künstlerin Ulrike Kessl.

Mit dieser Ausstellung, die bis zum 15.Mai läuft, lädt der Kunstverein auch zur Kunsttour am 3.Mai ein.

Die Einführung zur Vernissage hält Anne Rodler von der Stiftung Museum Kunstpalast (Düsseldorf). Die Ausstellung von Ulrike Kessl Zum künstlerischen Werk von Ulrike Kessl erklärte sie: „Es ist ein ständiges Ausloten des Verhältnisses zwischen Mensch und Raum, zwischen Raum und Körper, das im Werk von Ulrike Kessl erfahrbar ist.

Wie ein Puls, wie ein lebendig schlagendes Herz spürt man diese Idee. Und so schafft die Künstlerin mit ihren organischen Objekten einen ganz besonderen, beziehungsreichen Kosmos: Ihre Objekte greifen in vorhandene Räume ein, erforschen sie und können diese in das Innere eines Organismus verwandeln. Demgegenüber stehen bis in den kleinsten Aufbau von Menschen oder Pflanzen vordringende Arbeiten, anatomische Studien, zeichnerische, fotografische und textile Werke, die die Feingliedrigkeit von Körperteilen und deren inneres Wesen untersuchen.

Ob Gewebe- oder Zellstruktur von Lebewesen, Raumpläne oder Bausubstanzen eines Gebäudes, stets ist es das Interesse am Anatomischen und Architektonischen, das die Künstlerin voranstellt. Die fühlbare Oberfläche und die verborgene innere Struktur, Haut, Organe und Skelett von Lebewesen und Dingen führt Ulrike Kessl immer wieder in unterschiedlichen Kombinationen zusammen.

In ihrer künstlerischen Bildsprache setzt sie dies mittels verschiedenster Objektcollagen aus verfremdeten Fundstücken, Stoffen und Kleidungsstücken um. Aus Tüchern baut sie Räume, aus Kleidern Körper. Über Luftballons geformte Nylonstrümpfe sind so das Ausgangsmaterial für Objekte, die zunächst umgedrehte weibliche Unterkörper ergeben.

Ulrike Kessl bildet aus ihnen eine Gruppe märchenhafter, farbig leuchtender Wesen mit dem Titel ,Feerinden´ (2008/ 2009), die nach dem Inneren und Äußeren fragen. Stabilität und Fragilität, Hülle und Volumen hinterfragt auch das Werk ,Rocksäulen´ (2003). Untereinander befestigte Röcke bilden lange, den Raum trennende Säulen. Sie zitieren Architekturelemente, deren tragende Funktion jedoch nicht erfüllt wird.”

Die Verwendung von Textilien ziehe sich wie ein Faden durch das Repertoire der Bildhauerin. Diese dienten ihr als form- und farbgebendes Material und würden gleichzeitig zum Stoff des künstlerischen Experimentierens. Bei den Werken von Ulrike Kessl zeige sich die stets präsente Verbindung von Zeichnungen, Fotografien und Plänen mit plastischen Körpern und architektonischen Gegebenheiten - in Wechselwirkungen werde das Flächige ins Plastische, das Zweidimensionale ins Dreidimensionale geführt.

Zur Ausstellung beim Kunstverein erscheint ein Katalog mit Unterstützung der Raiffeisenbank Heinsberg.

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