Kreis Heinsberg: KSB-Sportforum aus der Taufe gehoben

Kreis Heinsberg: KSB-Sportforum aus der Taufe gehoben

Der Kreissportbund Heinsberg hat in den vergangenen Jahren eine ganze Reihe neuer Vorhaben angepackt und insbesondere auch beim Sportmarketing neue Wege eingeschlagen, um Events und Projekte auf die Beine zu stellen, die ohne finanzielle Unterstützung aus der Wirtschaft nicht realisieren werden könnten.

Die große KSB-Sportgala, die 2011 zum ersten Mal stattfand, ist da ein herausragendes Beispiel. Jetzt wurden einmal mehr neue Wege beschritten: Mit dem KSB-Sportforum wurde eine neue Informationsreihe für alle Sportinteressierten im Kreis Heinsberg aus der Taufe gehoben. Zwei bis drei Veranstaltungen im Jahr zu aktuellen Themen rund um den Sport sind nach Angaben von ­Organisatorin Anouk Laddach geplant. Bei der Auftaktveranstaltung im Erkelenzer Autohaus Sirries, einem der Partner des KSB bei dieser Inforeihe, drehte sich alles um „Nahrungsergänzungsmittel im Breitensport“. Rund 35 Zuhörer waren zu dieser Premiere gekommen. KSB-Vorsitzender Ronnie Goertz zeigte sich zufrieden, müsse sich eine solche neue Veranstaltungsreihe doch erst einmal etablieren.

Angela Clausen von der Verbraucherzentrale NRW betonte zunächst, dass Nahrungsergänzungsmittel, wie es das Wort bereits aussage, eine ausgewogene Ernährung ergänzen, aber nicht ersetzen sollten — und sie sollten auch nicht pharmakologisch wirken. Die Referentin merkte auch an, dass eine Zufuhr von Proteinen über den Bedarf hinaus keine Vorteile bringe. Im Gegenteil: Zu viele Eiweißprodukte könnten die Nieren belasten. Viele Freizeitsportler würden aus ästhetischen oder aus Leistungsgründen auf sogenannte Supplemente setzen, deren Wirkung aber gar nicht nachgewiesen sei.

Sie würden sich zudem unter Einsatz erheblicher finanzieller Mittel Doping- und Gesundheitsgefahren aussetzen. Oft würden die grundlegendsten Ernährungsempfehlungen nicht berücksichtigt und deren leistungsförderndes Potenzial vernachlässigt. Statt solche Empfehlungen zu berücksichtigen, was völlig ausreichend wäre, würden sie lieber etwas „einwerfen“. Dabei gilt laut Verbraucherzentrale: „Lebensmittel können mehr. Im Gegensatz zu Nahrungsergänzungsmitteln unterstützen und ergänzen sich die vielen verschiedenen Stoffe in alltäglichen Lebensmitteln gegenseitig.“

Wer zwei- bis dreimal in der Woche Breitensport betreibe, vollbringe keine besondere Anstrengung und könne deshalb auch ganz normal essen, so Clausen.

Die Ernährungsexpertin wartete in ihrem mit vielen Zahlen gespickten Vortrag auch mit konkreten Ernährungsempfehlungen für Sportler auf. Wobei eine ihrer Botschaften lautete: „Ausreichend Trinken nicht vergessen!“ Wer zu wenig trinke, dem drohten Muskelkrämpfe, Schwäche, Unkonzentriertheit, Übelkeit, Koordinationsstörungen und Kopfschmerzen oder Schwindel. Kohlenhydrate seien ein entscheidender Energieträger für intensive Belastungen. Aber auch beim sogenannten ­„Laden“ von Kohlenhydraten 48 Stunden vor einem Wettkampf gelte, dass eine ausreichende Zufuhr von Wasser und Kalium (zum Beispiel über Obst oder Trockenobst) erfolgen müsse.

„Ungesunder Lebensstil und zu wenig Bewegung lassen sich durch Tabletten nicht ausgleichen“, mahnt die Verbraucherzentrale. Freizeitsportler bräuchten aber keine Extra-Nährstoffe. Sie sollten sich ernähren „wie jeder normale Mensch auch“. „Sie brauchen nichts Besonderes“, sagte Angela Clausen.

Für alle, die Informationen aus dem Vortrag noch einmal nachlesen wollen oder die Veranstaltung verpasst haben, will der KSB die Präsentation in den nächsten Tagen ins Internet stellen.

(disch)