Kreis Heinsberg: Kreistag und Verwaltung sprechen sich gegen Fracking aus

Kreis Heinsberg: Kreistag und Verwaltung sprechen sich gegen Fracking aus

Auf Antrag der Fraktion von Bündnis 90/Die Grünen war „Fracking“ gleich in der ersten Sitzung des neuen Kreistages ein Thema. Die Grünen hatten gefordert, die Stellungnahme des Kreises Heinsberg zum Vorhaben der niederländischen Regierung, eine „Strukturvision Schiefergas“ zu erstellen, auf die Tagesordnung zu setzen.

Auf dem Tisch lag schließlich im großen Sitzungssaal des Kreishauses ein gemeinsames Papier von Grünen, FDP, Linken, Freien Wählern, SPD und CDU. Darin wurde erklärt: „Der Kreistag Heinsberg lehnt die Aufsuchung und Gewinnung von Erdgas aus unkonventionellen Lagerstätten mit Hilfe des Fracking-Verfahrens und daher die Aufsuchung und Gewinnung von Erdgas mit diesem Verfahren im niederländischen Grenzgebiet zu Deutschland ab.“

Ursächlich für die Ablehnung seien „nicht einschätzbare Risiken für Mensch und Natur im Kreis Heinsberg“, wurde auf den Einsatz unbekannter und zum Teil giftiger, umweltgefährdender Chemikalien verwiesen. Gutachten würden darauf hinweisen, dass die Datenlage über eingesetzte Fracking-Fluide und die Kennzeichnung von Sicherheitsdatenblättern bezüglich Konzentration, Identität und Auswirkungen auf die Umwelt erhebliche Informationsdefizite aufweisen würden.

Einige der den Gutachtern bekannten Fracking-Additive würden als toxisch klassifiziert. Auswirkungen auf Grund- und Trinkwasser durch Aufsuchung oder Gewinnung von unkonventionellem Erdgas könnten nicht ausgeschlossen werden. Der Kreistag forderte die Verwaltung mit einstimmigem Votum auf, im Rahmen der Beteiligung an der „Strukturvision Schiefergas“ der niederländischen Regierung „unsere Ablehnung“ aufgrund der erheblichen Bedenken wegen der Gefährdungen deutlich zu machen.

Ämter erarbeiten Stellungnahmen

Landrat Stephan Pusch erklärte, auch die Verwaltung spreche sich ausdrücklich gegen Fracking aus. Zurzeit würden das Gesundheitsamt, das Amt für Umwelt und Verkehrsplanung sowie das Amt für Bauen und Wohnen fachliche Stellungnahmen erarbeiten, die gebündelt und fristgerecht den niederländischen Stellen zugeleitet würden.

(disch)