Kreis Heinsberg: Kreis will aufholen bei der Frauenbeschäftigung

Kreis Heinsberg: Kreis will aufholen bei der Frauenbeschäftigung

„Frauenbeschäftigung ist ein besonders wichtiges Thema im Kreis Heinsberg, insbesondere mit Blick auf die Fachkräftesicherung. Fachkräfte werden heute und mehr noch in Zukunft dringend benötigt — auch in hier ansässigen Betrieben. Um vorhandene Beschäftigungspotenziale voll auszuschöpfen, haben wir es uns zum Ziel gesetzt, bei der Frauenbeschäftigung aufzuholen.“

Dies sagte Landrat Stephan Pusch am Donnerstagabend im Heinsberger Kreishaus zur Eröffnung der Ausstellung „Minijob — Minichance?“. Um die vorhandenen Potenziale bestmöglich auszuschöpfen, sei es dabei besonders wichtig, „dass wir mit den Partnern in der Region zusammenarbeiten und gemeinsam Strategien entwickeln“, so Pusch.

Allein im Kreis Heinsberg arbeiteten Ende 2013 nach Angaben des Landrates mehr als 24.800 Personen im Minijob; mehr als 17.000 von ihnen seien ausschließlich geringfügig beschäftigt gewesen. Unter den ausschließlich geringfügig Beschäftigten habe der Frauenanteil bei 69,1 Prozent gelegen. Vor allem für Frauen seien Minijobs ­attraktiv. Durch die meist flexiblen Arbeitszeiten würden sie im Minijob eine gute Möglichkeit sehen, Familie und Beruf zu vereinbaren und oftmals den Einstieg oder Wiedereinstieg in eine reguläre Beschäftigung zu schaffen.

„Minijobs bergen jedoch auch Risiken für die Erwerbsbiografie von Frauen, insbesondere, wenn sie längere Zeit in der geringfügigen Beschäftigung verweilen“, mahnte Pusch. Auf der anderen Seite müssten Minijobs immer auch im Einzelfall und vor dem Hintergrund betrieblicher Notwendigkeiten betrachtet werden. „Je nach Branche und Auftragssituation eines Unternehmens kann auf Minijobs als Beschäftigungsform nicht gänzlich verzichtet werden.“

Mit der Ausstellung, die bis zum 9. September im Foyer der Kreisverwaltung läuft, solle umfassend über das Thema informiert und zur Diskussion über Vor- und Nachteile von Minijobs angeregt werden, so der Landrat weiter.

Ulrich Schirowski, Geschäftsführer vom Zweckverband Region Aachen, sagte, dass die Dinge im Kreis Heinsberg jetzt angegangen würden, „konstruktiv, zielgerichtet und sehr pragmatisch“, dies sei beispielhaft in der Region Aachen und darüber hinaus. Unter Federführung des Kompetenzzentrums Frau und Beruf, das als regionale Landesinitiative an den Zweckverband Region Aachen angegliedert sei, würden Vertreter der regionalen Arbeitsmarktpartner — der Kreis mit der Stabsstelle Chancengleichheit für Frauen und Männer sowie Jugend- und Sozialamt, die Agentur für Arbeit, das Jobcenter und die Wirtschaftsförderungsgesellschaft — gemeinsam mit dem Zweckverband Region Aachen in einer Projektgruppe daran arbeiten, „die Beschäftigungssituation von Frauen im Kreis Heinsberg zu verbessern“.

Neben dem Thema Minijobs stünden da auch Handlungsansätze zum Beispiel zu den Themen Familienfreundliche Personalpolitik und Frauenbeschäftigung in der Gesundheitsbranche auf der Agenda, die teilweise noch in diesem Jahr angegangen ­würden, so kündigte Schirowski an.

(disch)
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