Illegale Aufschüttungen: Konzener Erdhügel beschäftigen nun das Verwaltungsgericht

Illegale Aufschüttungen : Konzener Erdhügel beschäftigen nun das Verwaltungsgericht

Seit einem Jahr beschäftigen ungenehmigte Aufschüttungen im Landschaftsschutzgebiet am Rande von Konzen die Behörden bei der Städteregion. Mittlerweile ist das Verwaltungsgericht involviert.

Es ist umfangreicher Aushub, der häufchenweise auf einer von Buchen gesäumten Wiese am Ortsrand von Konzen landet, und der die Städteregion im vergangenen Frühjahr zu einem Ortstermin in die Eifel lockt. Adressiert wird das bis zur B258 reichende Grundstück unter seinem Zugang von der Bebauung an der Blumgasse (L106).

Erst einmal untersagt die Städteregion weitere Anschüttungen und lässt die erfolgten beproben. Die Behörden konstatieren einen „Eingriff in das Landschaftsbild, der der Genehmigung bedarf“. Dabei schließt die Städteregion nicht per se aus, dass eine Genehmigung möglich sei; nur beantragt worden sei sie nicht.

Ein halbes Jahr später stellt sich der Blick auf das Grundstück unverändert dar. Dabei hat die Städteregion „eine Anhörung versandt an die Eigentümerin, die entsorgungspflichtig ist“, heißt es im November. Ziel sei die Beseitigung der Aufschüttungen.

Die liegen auch in diesen Tagen unverändert im Landschaftsschutzgebiet. Gelegentlich grasen Schafe zwischen den Erdhügeln, die weiterhin ohne Genehmigung im Landschaftsschutzgebiet liegen.

Mittlerweile sind bei der Städteregion zwei Fachabteilungen involviert: Neben dem Amt für Bauaufsicht und Wohnraumförderung (A63) ist es das Umweltamt (A70). Weitere Informationen zum Stand des Verfahrens mag die Städteregion allerdings nicht übermitteln: wegen des laufenden Verfahrens vor dem Aachener Verwaltungsgericht.

Dort befassen sich in der Tat die Richterinnen und Richter in den blauen Roben aus der 3. Kammer mit dem Fall aus Konzen: Unter dem Aktenzeichen 3K 1444/21 beschwert sich die Eigentümerin der Immobilie über die Haltung der Städteregion zu dem von ihr angeschütteten Erdaushub.

Nach Informationen unserer Zeitung begehrt die Eigentümerin des Grundstückes vom Amt für Bauaufsicht eine Duldung der erfolgten Aufschüttungen. Besagtes A63 kann aber nicht einmal über eine Duldung nachdenken, solange das Umweltamt keine Ausnahme macht von den geltenden Bestimmungen. Aber das A70 weigert sich beharrlich, einem von der Eigentümerin gestellten Antrag auf Befreiung von Verboten des Landschaftsplanes zuzustimmen. Gegen diese Weigerung klagt die Immobilienbesitzerin vor dem Aachener Verwaltungsgericht.

Dort ist das Verfahren bereits seit Juni vergangenen Jahres anhängig. Weiterhin tauschen die Juristen beider Seiten Stellungnahmen aus. Eine Ortsbesichtigung durch die 3. Kammer wird nicht ausgeschlossen. Wann eine Entscheidung im Aachener Justizzentrum fallen kann, ist derzeit aber nicht absehbar.