Pro und Kontra: Kontra: Schmierereien müssen entfernt werden

Pro und Kontra : Kontra: Schmierereien müssen entfernt werden

Bei Graffiti könnten schon die Alten Ägypter gefragt haben: „Ist das Kunst oder kann das weg?“ Unter der Prämisse, dass es hier nicht um das Sprayen einzelner Namen, Buchstaben oder Kürzel geht, und nichts dauerhaft beschädigt wird, ist diese Frage heute obsolet, denn wir leben in Zeiten, in denen ein Kunstwerk des britischen Street-Art-Künstlers Banksy (er sprayt mit Schablonen) bei einer Auktion 1,18 Millionen Euro einbrachte.

Natürlich ist es Kunst.

Graffiti haben zudem eine besondere Eigenschaft, die sie von anderen Kunstwerken unterscheidet: Sie sind eine künstlerische Ausdrucksform, die sich nicht räumlichen oder örtlichen den Regeln unterwerfen will. Diese Kunst ist allen jederzeit zugänglich, jeder kann sich der Kunst aussetzten, jeder muss es sogar. Damit erreichen Graffiti viel mehr Menschen als beispielsweise ein kritisches Kunstwerk im Museum. Gibt die Gesellschaft Räume frei, dann stellt sie direkt oder indirekt einen Anspruch an den Künstler und unterminiert damit die eigentliche Idee des Graffiti. Und hätte sich Künstler immer schon am Wunsch der Gesellschaft gemessen, würden uns heute die kritische Kunst fehlen.

Natürlich lässt sich nicht abstreiten, dass Graffiti nicht Jedermanns Geschmack sind. Die Bilder sind mitunter durchaus chaotisch, wütend, abstoßend, aber der Massengeschmack oder ästhetische Ansprüche sollten für Kunst nicht ausschlaggebend sein. Daher wäre es anzuraten, dass, wenn es um blass-grüne Lärmschutzwände und rattengraue Mauern geht, weniger eine Bestrafung im Vordergrund steht. Unsere Straßen werden durch Graffiti „kunst-voller“ und zugleich kommt noch ein bisschen Farbe in die Betontristesse deutscher Städte.