Kommentiert: Närrisches Gemetzel nach toller Session

Kommentiert: Närrisches Gemetzel nach toller Session

Er hätte sich und seine Mannschaft feiern lassen können, der neue AKV-Präsident Dieter Bischoff. Hinter ihm lag eine erste Session, die erfolgreicher kaum hätte sein können. Doch statt Jubel und gegenseitigem Schulterklopfen folgten Intrigen und närrisches Gemetzel.

Wähnte Bischoff bei seinem Amtsantritt den AKV noch in der Champions League, findet man das Erscheinungsbild des Vereins - derzeit - bestenfalls in der Oberliga wieder. Dabei gilt es, im momentanen AKV-Dickicht einige Dinge auseinander zu halten.

Der Fehlbetrag über 200.000 Euro - offensichtlich vom Schatzmeister jahrelang verschleppt. Kein Verbrechen, aber ungeschickt und fragwürdig und möglicherweise satzungsrelevant.

Man sollte Dieter Bischoff zugute halten, dies aufgedeckt zu haben. Aber wie?

Warum ließ er hinter dem Rücken seines ahnungslosen Vorgängers und Ehrenpräsidenten Dirk von Pezold zwei seiner Amtsjahre prüfen - ausgerechnet vom im Groll geschiedenen Ex-Elferrat Werner Schlösser?

Warum blieb sein Anruf aus: „Dirk, wir haben da ein Problem, kannst Du uns helfen?”

Warum verzahnte der neue Präsident in seiner Presseerklärung den Fehlbetrag mit dem Ausscheiden von Geschäftsführer Christian Mourad?

Warum holte er den vor zwei Wochen intern bereits zurückgetretenen Schatzmeister Rolf Heiliger wieder zurück?

Machtausübung im positiven Sinne - und die obliegt auch einem Karnevalspräsidenten - ist die Zusammenführung von Menschen und Interessen.

Stattdessen mailte der zurücktretende Elferrat Wolfram Graf-Rudolf dem Vereinsvorstand folgende Begründung: „Ich kann nicht mitansehen, wie aus ehemaligen Freunden Feinde werden.” Menschenskinder, kann Karneval tierisch ernst sein!

Da wird dem Ehrenpräsidenten Georg Helg die Teilnahme an den Elferratssitzungen untersagt (als könne man nicht immer von Erfahrung profitieren). Angebote zur Mitwirkung des anderen Ehrenpräsidenten von Pezold werden gar nicht zur Kenntnis genommen.

Stattdessen legt Bischoff dem zuvor mit Vertrauensprokura ausgestatteten Geschäftsführer Christian Mourad so an die kurze Leine, dass dem Kreativkopf fast die Luft wegblieb.

Selbige musste er für die Moderation der Fernsehsitzung haben - nur unter dieser Prämisse hatte von Pezold Bischoff zu seinem Nachfolger vorgeschlagen. Doch auch das sorgte für Zoff.

Wenige Tage vor der Festsitzung soll der zweifelsfrei eloquente Präsident versucht haben, das Moderations-Drehbuch zu seinen Gunsten umzuschreiben.

Der WDR und Dirk von Pezold, der „sich da erstmals hintergangen fühlte” und der Dieter Bischoff seitdem wieder siezt, fuhren ihm heftig in die Parade.

Eine Kündigung, vier Rücktritte, ein Finanzloch, Zornesausbrüche und Vertrauenskrisen. Der AKV steht wohl vor einer der wichtigsten Jahreshauptversammlung seiner Geschichte.