Wassenberg: Kleinod soll mehr Kurzurlauber anlocken

Wassenberg: Kleinod soll mehr Kurzurlauber anlocken

Wachwechsel am Waldsee: In knapp anderthalb Jahren fällt das attraktive Freizeitgelände samt Gewässer zurück in städtische Verantwortung. Längst haben im Hintergrund Überlegungen begonnen, wie das Kleinod direkt an der holländischen Grenze zum Aushängeschild für Wassenberg werden kann.

Der (Tages-)Tourismus soll in den kommenden Jahren eines der Zugpferde der Stadt werden. Er soll Arbeitsplätze schaffen, Gäste anlocken und Wassenberg sowie die gesamte Region als attraktiven Wohn- und Freizeit-Standort nach vorne bringen. Ein ehrgeiziges Projekt, das viele helfende Hände braucht, aber auch Skeptiker hervorruft.

Streit vor Gericht

Die Geschichte des Effelder Waldsees begann vor Jahrzehnten. Damals, noch vor der kommunalen Neugliederung, schloss die zu der Zeit eigenständige Gemeinde Effeld einen Pachtvertrag mit Josef Geurtz. Als dieser vor einigen Jahren verstarb, hakte die mittlerweile zuständige Stadt Wassenberg in Sachen Vertrag nach. Verhandlungen mit der Tochter von Geurtz, die das Areal bis heute mit ihrem Mann betreibt, führten zu keinem Ergebnis.

Was folgte, war eine Auseinandersetzung am Verwaltungsgericht über mehrere Instanzen. Das Ergebnis: Der Stadt wurde vor gut zwei Jahren Recht gegeben, dass der Waldsee mit dem Ableben des Pächters wieder in ihren Besitz fällt und der Pachtvertrag damit hinfällig sei. Allerdings wurde eine dreijährige Übergangsfrist beschlossen, so dass die jetzigen Betreiber die Möglichkeit erhalten, sich eine neue finanzielle Existenz aufzubauen. Diese Frist endet am 31. Dezember 2012. Die Planungen, wie es danach weitergehen soll mit dem Schmuckstück an der niederländischen Grenze, laufen schon heute auf Hochtouren.

Bürgermeister Manfred Winkens schweben bereits unzählige Möglichkeiten vor, wie der Effelder Waldsee in Zukunft in das Tourismuskonzept der Stadt - auch im Verbund mit Roerdalen - genutzt und ausgebaut werden kann. „Wir wollen ein attraktives Freizeit- und Erholungsgelände schaffen”, sagt der Verwaltungschef. Kämmerer Willibert Darius ging bereits Anfang des Jahres im Rahmen der Haushaltseinbringung auf die Zukunft des über 100 Hektar großen Areals ein. Darius erhofft sich mittel- und langfristig durch eine professionelle Vermarktung einen „nahezu sechstelligen Ertrag” im Jahr für den Haushalt.

Noch sei dies aber, betont Winkens, Zukunftsmusik. Derzeit werde im Rathaus mit Hochdruck an einer Überplanung des Geländes gearbeitet. Federführend ist der Fachbereich 4 „Planen und Bauen” unter Leitung von Norbert Sendke. Auch die Politik hat großes Interesse daran, am Waldsee mitzugestalten. Möglichst zum Jahreswechsel sollen erste Pläne im Rat vorgestellt werden. Vielleicht, hofft Winkens, habe man bis dahin auch Investoren an der Hand, die bereit sind, das Areal mitzuentwickeln. „Auch unsere Partner aus Roerdalen sind sehr am Fortgang interessiert und haben bereits auf niederländischer Seite die Fühler nach potenziellen Investoren ausgestreckt”, erzählt Winkens.

Potenzial voll ausschöpfen

Aktuell muss der Bürgermeister aber auch verunsicherte Bürger und Vereine beruhigen. Segler wie Angler wurden bereits bei ihm vorstellig. „Wie geht es weiter am Waldsee?” lautet die immergleiche Frage. Auch die Dauercamper sind mit dem Status quo nicht zufrieden. Zu wenig werde derzeit am Gelände gemacht, berichtet Winkens vom Unmut einiger langjähriger Gäste. In guten Zeiten waren 250 Dauercamper auf dem Effelder Platz. Das Schwimmbad ist auch jetzt an heißen Tagen weiterhin an Besuchermagnet.

„Aber es liegt noch so viel mehr Potenzial in diesem Areal”, glaubt Winkens. Eine vernünftige Gastronomie, einige Ferienhäuser, möglicherweise auch Tauchgelegenheiten und vieles mehr - Winkens gerät fast schon ins Schwärmen, wenn er über Wassenberg, den Waldsee und die komplette Meinweg-Region als Touristenziel spricht.

Oberste Priorität habe daher jetzt, möglichst viele Parteien mit ins Boot zu holen, damit es nahtlos weitergeht am See. „Denn entschieden ist noch nichts”, macht Winkens an dieser Stelle ebenfalls deutlich. Das soll sich in den kommenden Monaten ändern.