Selfkant-Stein: Kauziges Haustier lebt im Kirschbaum

Selfkant-Stein: Kauziges Haustier lebt im Kirschbaum

Annemie Leenders hat ein ungewöhnliches Haustier und das hat sie sich noch nicht einmal ausgesucht. Bei ihr gastiert Jahr ein Jahr aus ein Waldkauz, besser gesagt. Er nutzt den Kirschbaum in der Mitte ihres Hofes tagsüber als Schlafplatz.

Waldkäuze werden wegen ihres nacht- und dämmerungsaktiven Lebens verhältnismäßig selten von Menschen beobachtet, was auch die beiden Nabu-Experten Franz Oschmann aus Mindergangelt und Thomas Henkens aus Tüddern zweifeln ließ. Doch nach zusenden eines Fotos stand schnell die Antwort fest: eindeutig ein Waldkauz.

Der lang gezogene Ruf ist dagegen vielen Menschen bekannt, da er in Filmen häufig zur Untermalung einer Nachtstimmung verwendet wird. Dieser Ruf wird im Volksaberglauben als „Komm mit!” des ungeliebten „Todesvogels” gedeutet.

Annemie Leenders Enkelin Lea hat vor dem Tier aber keine Angst - umgekehrt lässt sich der Waldkauz nicht von Besuch beeindrucken. Er versteckt sich immer an einer windabgewandten Stelle des Baumes.

Im Sommer hat er meistens seine Augen auf den Hof und aufs Haus gerichtet, dabei entgeht ihm nichts. Auch ließ sich die 40 Zentimeter große Eule nicht von der Dachrestaurierung der Nachbarn beeindrucken, die er zwei Wochen ertragen musste. Abends zog es ihn in den Wald, am frühen Morgen war er wieder Zuhause. Eines ist Annemie Leenders gewiss, es ist wohl das pflegeleichteste Haustier weit und breit. „Ich hoffe, dass er mich noch lange hier auf dem Hof beehrt”, sagt sie und lacht.