Die digitale Welt: „Kauf-nix-Tag“ gilt auch im Digitalen

Die digitale Welt : „Kauf-nix-Tag“ gilt auch im Digitalen

Wissen Sie, was heute ist? Kauf-Nix-Tag. Ein prima Anlass darüber nachzudenken, was man eigentlich wirklich braucht. Und das fällt im Digitalen noch schwerer als im Geschäft.

Der „Kauf-nix-Tag“ folgt übrigens auf den mittlerweile etablierten Schnäppchentag „Black-Friday“, an dem Vieles stark rabattiert angepriesen wird. Als Randaspekt: Häufig erhöhen die Händler kurz vorher die Preise, so dass es nur so wirkt, als sei der neue Fernseher ein echtes Schnäppchen.

Freitag also schnell noch einkaufen, Samstag ist dann reflektieren über das eigene Verhalten angesagt. Ein bisschen wie der Vorsatz an Silvester, nach dem ganzen Weihnachtsessen doch wieder mehr Sport zu machen. Ein bisschen Reue für die „Völlerei“ des Vortages, sozusagen.

Und hier kommen wir zum Digitalen: Auch da kaufen wir viel zu viel, wenngleich man das nicht immer direkt erkennt. Gerade Freunde von Computerspielen sollten aufpassen, nicht die Menschen zu verdammen, die ihr Geld für Kleidung, Schuhe oder Küchenutensilien ausgeben. Denn das passiert im Digitalen auch, man sieht es nur nicht.

Das geht auch am PC und da speziell, in der sogenannten Spielebibliothek, also da, wo der Benutzer sehen kann, welche „Games“ er eigentlich besitzt.

Zur Erklärung: Seit einigen Jahren erfreuen sich Spieleplattformen wie „Steam“ großer Beliebtheit. Wer dort ein Spiel kauft, der bekommt keine CD-ROM oder DVD nach Hause geschickt, sondern kann das Spiel bequem aus dem Internet herunterladen. Es wird in der „Steam-Bibliothek“ gespeichert. Gleichzeitig ist die Plattform bekannt für ihre Schlussverkäufe. Häufig gibt es gute und sehr gute Spiele – Sie erraten es sicherlich – zu Schnäppchenpreisen. Da greift der geneigte Computerspieler gerne mal zu. Gerne auch am Black Friday. Man will das Spiel ja „haben“, und die Gelegeheit ist günstig. Es geht dabei nicht ums Spielen, sondern nur um das Haben-Wollen. Da ist nicht anders wie bei der zwanzigsten Lichterkette oder dem hundertsten Deko-Weihnachtsengel.

Nun laufen Computerspieler im Speziellen die Gefahr, gar keine Zeit für all diese Spiele zu haben. Das Fatale: Den überquellenden Schrank sieht man, die länger werdende Liste an nie gespielten Computerspielen kann man aber selbst als versierter „Gamer“ geflissentlich übersehen. Damit erkennt man auch nicht, wie viel man (unsinnigerweise) konsumiert.

Daher hier der Aufruf auch an die Gemeinschaft der Computerspieler: Überlegt, ob ihr ein Spiel wirklich braucht, ob ihr es haben wollt – und ob ihr überhaupt die Zeit aufwenden wollte, es zu spielen.