Kreis Düren/Niederau: „Kastrationspflicht für frei laufende Katzen”

Kreis Düren/Niederau: „Kastrationspflicht für frei laufende Katzen”

„Nichts geht mehr”, sagt der Vorsitzende des Tierschutzvereins für den Kreis Düren, Günther Oltrogge. Seit einer Woche kann das Tierheim in Düren keine frei laufenden Katzen mehr aufnehmen. Mit aktuell über 177 Tieren ist die Aufnahmekapazität mehr als erschöpft.

„Wir brauchen endlich eine Kastrationspflicht für alle frei laufenden Katzen im Kreis Düren nach dem Vorbild der Stadt Paderborn”, fordert Oltrogge die Politik auf, endlich zu handeln, um der ungezügelten Katzenvermehrung zu begegnen. Im Tierheim Düren kommen die aufgefundenen Katzen als erstes in Quarantäne, werden dem Tierarzt vorgestellt, geimpft und kastriert. Dann erst können Tierliebhaber einer Katze wieder ein neues Zuhause geben. „Es hilft nichts, immer wieder Futter für die streunenden Tiger vor die Tür zu stellen.

Nur jede kastrierte Katze bedeutet weniger Katzenelend”, bringt Oltrogge die Sache auf den Punkt. Nur durch Kastration könne einer völlig unkontrollierten Katzenvermehrung entgegengewirkt werden. Jede nicht kastrierte Katze könne bereits ab dem sechsten Monat zwei- bis dreimal im Jahr vier bis sechs Junge bekommen.

„Es kommt immer wieder vor, dass Katzen abhauen und dann gefunden werden. Hat das Tier einen Chip oder ein Tattoo, können wir den Besitzer durch den Verein Tasso oder das deutsche Haustierregister leichter finden. Das spart uns enorme Kosten”, spricht sich Oltrogge auch eine die Kennzeichnungspflicht von Katzen aus, die bei Hunden bereits besteht.

In 18 Städten und Kreisen in NRW haben die Ordnungsbehörden die Kastrations- und Kennzeichnungspflicht für frei laufende Katzen bereits mit Erfolg umgesetzt. „Anfang des Jahres habe ich alle Bürgermeister im Kreis angeschrieben, mit der Bitte entsprechend zu verfahren”, erklärt Günther Oltrogge. „Jülich, Linnich und Aldenhoven machen bisher mit. Aus den Rathäusern in Düren und Nörvenich kam bereits eine Absage.”

Kastrationshilfe, aber auch Zuschüsse zum Futter

Tierfallen für Katzen können im Tierheim in Düren-Niederau ausgeliehen werden. Nach der Kastration können die Katzen dann am Fang-Ort wieder ausgesetzt werden. Der Tierschutzverein unterstützt sozialschwache Katzenliebhaber auf Antrag mit einer „Kastrationshilfe”.

Darüber hinaus gibt es die „tierische Futterhilfe”, die bis zu 50 Prozent des Futters übernimmt.

Im Tierheim Düren leben auf 52.000 Quadratmetern gepachtetem Gelände und 30.000 Quadratmetern Weidefläche ein Rudel Dammwild, Eulen, Waschbären, Moorschnucken, Pferde, Esel und ein Lama.

Abgegeben werden jährlich bis zu 500 Hunde und über 600 Katzen, daneben Papageien, Wellensittiche, Kaninchen, Frettchen und Tauben.

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