Stolberg: Karnevalisten streben gerne in die Altstadt

Stolberg : Karnevalisten streben gerne in die Altstadt

Ein Vorteil, den die neue Zugrichtung im vermeintlichen Jubiläumsjahr des närrischen Lindwurms in der Innenstadt hat, liegt auf der Hand: Tollität kann hoch von seinem Prinzenwagen, der vor dem ehemaligen „Roma” auf seinen Einsatz am Ende wartet, den ganzen Rosenmontagszug bewundern, während er an ihm vorbeizieht.

Zweieinhalb Stunden später hat dann auch Prinz Jochem I. (Reitze) das Ziel erreicht: die Altstadt. Und wer von den trotz des Wetters zahlreichen Weggefährten nicht an den heimischen Herd geflüchtet ist, findet schnell den Weg in eine der sich rasch füllenden Altstadtkneipen.

Das Konzept geht auf im Jubeljahr 125, dessen Tradition eigentlich auf 1881 zurückgeht, als Narren erstmals durch die Kupferstadt gezogen sind.

Aber Karnevalisten nehmen´s nicht so genau, betont Komiteepräsident Josef Behlau, der viele einfallsreich kostümierte Teilnehmer bewundern kann. Bereits auf der Mühle säumen wesentlich mehr Narren den Weg als aus den letzten Jahren gewohnt. Und wie gewohnt werden die Reihen stadtaufwärts immer dichter.

Tradition macht auch den Auftakt: Die Fidelen Bessemskriemer marschieren in ihrem goldenen Jahr vorneweg. Was folgt, sind phantasievoll kostümierte Gruppen wie die Weintrauben der Pfadfinder, die Lasso schwingenden Cowboys der Priesterländer oder die Dagoberts vom Sender, die mit der Finanzkrise als einzige ein politisches Thema aufs Korn nehmen.

Ein echtes Stolberger Thema ist das Ketschenburger, für das bald die große Werbekampagne anlaufen soll, für die Gesichter gesucht werden. Derweil garantiert Braumeister und Prinzengardist Rüdiger Fröschen für Nachschub auf dem Zugweg.

Stattlich präsentieren sich die Gesellschaften. Beispielsweise die Echten Frönde, die in den elf Jahren ihres Bestehens zu einer stattlichen und kinderreichen Truppe angewachsen sind. Immer eine Augenweide ob ihrer Größe, ob ihres Nachwuchses und ob ihres gesitteten und geschlossenen Auftretens sind die Wenkbülle, die mit vielen befreundeten Vereinen den größten Block im Lindwurm stellen.

Und die Donnerberger Trompetenbläser sind eins von sieben Corps, die unterwegs für Musik sorgen. Mit von der Partie sind auch die Partner aus Faches-Thumesnil mit den befreundeten Mönsterböscher Jonge.

Und Tradition marschierte auch am Zugende. 7x11 Jahre eskortiert die Prinzengarde die Stolberger Tollität, die ihre letzten Kamelle mit vollen Händen dort vom hohen Wagen wirft, wo er einst den Zugweg noch vor sich hatte: in der Stolberger Altstadt.