Aachen: Karlspreis wird zum irischen Familienfest

Aachen : Karlspreis wird zum irischen Familienfest

Erst Rom, dann Barcelona, dann Aachen - nein, es ist (noch) nicht von der Champions-League die Rede, auch wenn die überdimensionale Alemannia-Fahne vor dem Rathaus Glauben machen könnte, dass der Fußball nichts Anderem mehr Raum lässt.

Der Karlspreis macht ein Intermezzo nötig, und nach der Verleihung an Papst Johannes Paul II. und dem großen Europaforum mit den Karlspreisträgern in der vergangenen Woche in der katalanischen Hauptstadt gibt sich Europa in Aachen die Ehre.

Pat Cox bekommt den zweiten Karlspreis in diesem Jahr. Ein Novum, doch eines, das angesichts dieses „überaus sympathischen Mannes” (O-Ton Jürgen Linden) in den Hintergrund tritt. Der Mann, so versichert Linden, spielt alles andere als die zweite Geige beim Karlspreis im Jahr 2004. Den „Karlspreis light” nach der Ehrung des Papstes gibt es nicht. Im Gegenteil: „Wir erwarten eine sehr starke, programmatische Rede von Pat Cox.”

Dass sich die Prominenz in diesem Jahr etwas zurückhält, tut der Vorfreude keinen Abbruch. Linden und Walter Eversheim, Sprecher des Karlspreisdirektoriums, sehen einem „außerordentlich bedeutenden Karlspreis” entgegen. Und einem, der mit Sicherheit betont leger daher kommt. Der Ire Pat Cox will sich jede Menge Zeit außerhalb des Terminkalenders nehmen.

Familie ist mit dabei

Nicht umsonst begleiten ihn seine seine Frau, seine sechs Kinder im Alter von 14 bis 28 Jahren, mehrere enge Freunde. Ein Aachen-Tag für die Iren soll vor allem auch der Donnerstag werden, anders als viele Karlspreisträger zuvor, wird Pat Cox noch einige Stunden in der Kaiserstadt feiern. Wo, das hält Linden geheim, verrät nur so viel, dass es sich um eine traditionelle Aachener Gaststätte handeln soll. Das schränkt die Auswahl für Neugierige und Autogrammjäger natürlich enorm ein.

Apropos Gaststätte, wagen wir einen Blick in die Kochtöpfe. Was speisen Familie Cox und Gäste am Vorabend des Himmelfahrtstages in der Aula Carolina? Natürlich hat Hans Holland (Restaurant Elisenbrunnen) sich von den irischen Kollegen inspirieren lassen. So reicht er einen feinen Feldsalat mit Rauke umlegt und gegrillten Edelfischen aus der irischen See, als Hauptspeise gibt es irisches Lammfilet mit Nadelböhnchen und Lyoner Kartoffeln und zum guten Schluss eine Rose aus Strudelteig gefüllt mit Rahmeis von der Bourbon-Vanille umlegt mit Erdbeeren aus der Region.

Dazu passt fataler Weise kein Guinness, wie es der Ire an sich gerne zu jeder Tages- und Nachtzeit zu sich nimmt. Cox und Co müssen beim festlichen Abendmahl mit deutschen Rot- und Weißweinen vorlieb nehmen. Es gibt in der Tat Schlimmeres.