Berlin/Aachen: Karlspreis-Stiftung trauert um Helmut Werner

Berlin/Aachen : Karlspreis-Stiftung trauert um Helmut Werner

Der ehemalige Mercedes-Benz-Chef und Sprecher des Vorstands der Stiftung Internationaler Karlspreis zu Aachen, Helmut Werner, ist im Alter von 67 Jahren gestorben.

Dies bestätigte DaimlerChrysler am Montag. Werner erlag am Freitag in einem Berliner Krankenhaus einer schweren Leberkrankheit (Hepatis).

Der Automanager stand von 1993 bis 1997 an der Spitze der Mercedes-Benz AG, Stuttgart. Dort setzt er eine Neuorientierung durch und steuerte Mercedes in neue Marktsegmente.

Als der ehemalige Dasa-Chef Jürgen Schrempp 1995 die Führung im Daimler-Benz-Konzern übernahm, entwickelte sich ein Marktkampf zwischen den beiden selbstbewussten Managern, den Schrempp schließlich gewann. Daraufhin schied Werner aus.

In der „europäischsten Stadt der Bundesrepublik” (Werner) startete der am 2. September 1936 in Köln geborene Diplom-Kaufmann, der in seiner Jugend Deutscher Meister im Rückenschwimmen war, seine Karriere: Er fing 1961 beim Reifenhersteller Uniroyal Englebert, Aachen, an. Schließlich wurde er 1982 Vorstandschef der Uniroyal-Mutter Continental AG, Hannover.

Fünf Jahre später wechselte er in den Vorstand der Mercedes-Benz AG, Stuttgart, und übernahm die Verantwortung für das Lkw-Geschäft. 1993 wurde er schließlich Vorstandschef beim ältesten Pkw-Bauer der Welt.

Zwar erfüllte sich seine damalige Prognose „Mercedes-Benz wird bis zum Jahr 2005 die Nummer Eins in der automobilen Welt in punkto Qualität, Innovation, Image und Profitabilität sein” nicht, aber Werner stand für den Weg, vergleichweise preiswerte Automobile zu entwickeln und nach Nischen zu suchen.

Dies reichte von der Idee, einen Roadster wie den „SLK” zu entwickeln, bis hin zum gewagten Projekt des zweisitzigen „Swatch-Autos”, aus dem nach einigen Krisen der erfolgreiche Smart wurde.

Als goldrichtig erwies sich der in der Ära Werner getroffene Beschluss, in den USA ein Pkw-Werk zu bauen.

Die große Krise bei Mercedes Anfang der 90er Jahre bewältigte er vergleichsweise schnell: Aus einem Milliardenverlust wurde 1995 wieder ein Jahresüberschuss von 2,3 Milliarden DM (1,26 Mrd Euro), allerdings strich er auch 35.000 Jobs.

Nach seinem Ausstieg bei Daimler war er als Berater und Ehrenamtler gefragt. So wurde er im Dezember 1997 Vorstandsprecher der Karlspreis-Stiftung und gehörte in dieser Funktion auch dem Karlspreis-Direktorium an.

Der Aachener Oberbürgermeister Jürgen Linden (SPD) würdigte am Montag Werners „Erfahrung und Weltgewandheit”. Er habe die Diskussionen um neue Preisträger „immer sehr bereichert”.