Aachen: Karlspreis an ein Symbol des „demokratischen Italiens”

Aachen : Karlspreis an ein Symbol des „demokratischen Italiens”

Er stehe „für das demokratische Italien”, sagten Aachens Oberbürgermeister Jürgen Linden und der Sprecher des Karlspreisdirektoriums Walter Eversheim.

Und bezogen damit - unausgesprochen - gleich doppelt Position, warum der Karlspreis 2005 an Italiens 84-jährigen Staatspräsidenten und früheren Regierungschef Carlo Azeglio Ciampi geht.

Er soll dem Mann den Rücken stärken, der sich in seinem Heimatland gegen Tendenzen stellt, die der italienischen Demokratie schaden. Und damit steht er auch für ein Europa der gemeinsamen Werte, und weniger für eines geopolitischer Grenzen.

Damit bezieht das Karlspreisdirektorium in der aktuellen Diskussion um die Definition Europas klar Position. Zumal die Entscheidung für Ciampi einstimmig fiel und es in der Begründung heißt, dass Ciampi, der Krieg selber erlebt habe, wie kaum ein anderer für das Ziel „Nie wieder Krieg!” kämpfe, und für ihn eine europäische Verfassung schon Ziel gewesen sei, bevor andere überhaupt daran gedacht hätten. Er stehe für Dialog und Ausgleich über jegliche Form von Grenzen hinweg.

Ciampi hat den Karlspreis bereits hocherfreut akzeptiert, und gestanden: „Für mich geht damit ein Jugendtraum in Erfüllung.” Nach Alcide de Gasperi (1952), Antonio Segni (1964) und Emilio Colombo (1979) ist Carlo Ciampi der vierte Preisträger aus diesem Gründungsland der europäischen Staatengemeinschaft.