Aachen: Karlspreis 2007: Fröhlich, locker, sympathisch

Aachen : Karlspreis 2007: Fröhlich, locker, sympathisch

Ein bisschen Nachhilfe musste sein. Man möge doch zunächst „Löcher” sagen, und dann beim zweiten Versuch einfach das „L” weglassen. Und schon schaffe selbst der des Platts nicht Mächtige, die Aachener in ihrer Mundart anzusprechen.

Aachens Oberbürgermeister OB Jürgen Linden hat es der Prominenz vorgemacht, und die zeigte sich am Donnerstag auf dem Aachener Katschhof lernfähig. Die „Öcher” und ihre vielen spanischen Freunde quittierten die Volksnähe mit tosendem Applaus.

Der Karlspreis 2007 an Javier Solana wird in Aachens Geschichtsbüchern als ein Vorbild dafür stehen, wie man aus einem ehedem staatstragenden Fest eine Attraktion für alle macht. Fröhlich und locker kommt er daher. Nur die Security gerät ins Schwitzen, wenn die hohen Gäste - allen voran Spaniens König Juan Carlos und seine Gattin Sofia - das sprichwörtliche Bad in der Menge suchen.

Alles andere als begeistert zeigte sich eine Gruppe von etwa 70 Menschen, die am Büchel ihre Sicht des neuen Karlspreisträgers auf Plakaten dokumentierten: Solanas Konterfei zierte da unmissverständlich eine preußische Pickelhaube.

Zu längeren Verbalscharmützeln kam es, weil die Polizei der Gruppe - unter ihnen Tobias Pflüger, EU-Abgeordneter der Linksfraktion, der später bei der Kundgebung am Hof sprach - den Durchgang zum Markt verwehrte - mit Hinweis darauf, dass eine Protestversammlung lediglich für den Hof genehmigt worden sei. Über Klein- und Großkölnstraße „tröpfelten” die Gegner denn nach und nach doch noch bis vors Rathaus, um mit Rufen wie „Kriegstreiber” Front zu machen gegen die Zeremonie im Krönungssaal.

Größere Kontingente von Trillerpfeifen, die einzelne Demonstranten mit sich führten, wurden vorläufig einkassiert, Personalien wurden aufgenommen, Videokameras surrten. Es blieb friedlich.