Interview : Wissen über HIV und Aids

Interview : Wissen über HIV und Aids

Am 1. Dezember ist Welt-Aids-Tag. Er soll auf eine bestimmte Krankheit aufmerksam machen, die vielen Leuten Angst macht. Man kann sich aber ganz einfach vor ihr schützen.

Die kurzen Begriffe Aids oder HIV hast du vielleicht schon mal gehört. Vielleicht weißt du auch: Es hat etwas mit Krankheit zu tun. Doch was genau ist das? Das kann Simone Kamin sehr gut beantworten. Sie arbeitet bei einer Beratungsstelle, in der es Unterstützung gibt.

Frau Kamin, was ist der Unterschied zwischen HIV und Aids?

Simone Kamin: „HIV ist ein Virus. Steckt sich ein Mensch damit an, dauert es meist viele Jahre, bis er sich über längere Zeit krank und schlapp fühlt, und das immer öfter. Ohne Behandlung wird die Krankheit immer schlimmer und lebensbedrohlich. Dieses Stadium nennt sich dann Aids.“

Was passiert bei einer HIV-Erkrankung im Körper?

Kamin: „Jeder Mensch hat ein Abwehrsystem im Blut: Es macht die Krankheitserreger, die in unseren Körper kommen, kaputt, und wir bleiben gesund. Oder falls wir schon krank sind, werden wir mit ihrer Hilfe wieder gesund. Ohne diese Körperpolizei im Blut könnten wir nicht leben. Wenn aber das HI-Virus in den Körper gelangt, breitet es sich aus und schadet diesem Abwehrsystem extrem. Es ist dann von den vielen Viren irgendwann so geschwächt, dass der Körper sich nicht mehr gegen Krankheiten schützen kann. Das passiert aber nur, wenn ein Mensch keine Medikamente gegen HIV nimmt.“

Gegen HIV gibt es noch keine Impfung und kein Heilmittel. Was können Menschen mit HIV tun?

Kamin: „Mit Medikamenten können Menschen mit HIV genauso gut und lange leben wie Menschen ohne HIV. Sie nehmen täglich und ein Leben lang Tabletten, die das Virus im Körper unschädlich machen. Gut ist, wenn die Ansteckung früh entdeckt wird, damit sich das Virus gar nicht erst im Körper ausbreiten kann. Um herauszufinden, ob man sich angesteckt hat, gibt es Tests.“

Wie kann man sich vor einer Ansteckung schützen?

Kamin: „Es ist wichtig und einfach, sich vor HIV zu schützen. Der Schutz wird aber erst wichtig, wenn du anfängst, dich für Sexualität zu interessieren. Denn das Virus kann zum Beispiel übertragen werden, wenn Samenflüssigkeit oder Scheidenflüssigkeit beim Sex in den Körper eines anderen Menschen gelangt. Der beste Schutz ist ein Kondom, das sich ein Mann vor dem Sex über den Penis zieht. Aber es gibt auch viele Arten, miteinander zärtlich zu sein, bei denen HIV nicht übertragen werden kann, beim Küssen etwa. Und auch in vielen anderen Situationen ist es nicht möglich, sich anzustecken, etwa beim Spielen oder beim Sport.“

(dpa)
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