1. Karlo Clever

Aus Zoos und Tierparks: Wisente fliegen in die Wildnis

Aus Zoos und Tierparks : Wisente fliegen in die Wildnis

Die großen Tiere galten als nahezu ausgestorben. Doch Zoos und Tierparks züchteten die Europäischen Bisons nach und bringen sie dann in ihren ursprünglichen Lebensraum.

In einem Zoo leben viele Tierarten, die sonst nur in weiter Ferne in der Wildnis vorkommen. Gerade sind einige Tiere, die im Zoo geboren und aufgewachsen sind, in die ferne Wildnis gereist. Denn der Tierpark Berlin hat mit Naturschützern einige Wisente in einem Nationalpark im Land Aserbaidschan ausgewildert. Das Land liegt am Kaspischen Meer und grenzt unter anderem an Russland und den Iran.

Wisente sind große, zottelige Wildrinder. Diese gab es früher in vielen Teilen Europas. Doch die Tiere wurden gejagt und so gut wie ausgerottet. In einigen Zoos hat man sie gezielt gezüchtet, um die Tierart zu retten. Auch der Tierpark Berlin hilft dabei mit. Schon über 200 Tiere wurden dort geboren. Nun sollen die Wisente nach und nach zurück in ihren natürlichen Lebensraum finden.

Florian Sicks vom Tierpark Berlin hat einige Tiere gerade nach Aserbaidschan begleitet. „Zunächst haben wir einige Wisente aus verschiedenen Zoos bei uns in einem Gehege gehalten“, sagt er. „So konnten sich die Tiere aneinander gewöhnen. Und wir konnten untersuchen, ob sie auch gesund und bereit für die Auswilderung sind.“

In großen Kisten auf Reise

Nach einem halben Jahr ging dann die Reise nach Aserbaidschan los. Die Wisente wurden in großen Spezialkisten transportiert. Diese wurden mit dem Gabelstapler auf einen Lastwagen gehoben. Dieser fuhr die Wisente zu einem speziellen Flugzeug. Das flog sie dann nach Aserbaidschan. Florian Sicks und andere Experten blieben dabei immer an der Seite der Tiere.

 Dr. Florian Sicks hat einige Wisente auf den Flug von Berlin nach Aserbaidschan begleitet. Die Tiere werden dort in ihren natürlichen Lebensraum ausgewildert.
Dr. Florian Sicks hat einige Wisente auf den Flug von Berlin nach Aserbaidschan begleitet. Die Tiere werden dort in ihren natürlichen Lebensraum ausgewildert. Foto: dpa/Philipp Brandstädter

„Sie haben sich ganz ruhig verhalten und die Reise gut überstanden“, erzählt Florian Sicks. Trotzdem ist ein Transport von so großen Tieren nicht alltäglich, weder für die Pfleger noch für die Wisente. Die Wisente konnten sich nach dem Flug erst einmal in einem Gehege erholen. Zurzeit gewöhnt sich die Herde auf einem noch größeren Gelände an ihre neue Heimat. Im Frühling werden die Tiere dann in den Nationalpark entlassen.

Ein Halsband mit Sender

Die Fachleute werden die Wisente aber nicht komplett sich selbst überlassen. „Wir haben der Leitkuh der Herde ein Halsband mit einem Sender umgehängt“, sagt Florian Sicks. So wissen die Fachleute immer, wo sich die Tiere aufhalten, wohin sie sich bewegen und wie sie sich in dem riesigen Gebiet verhalten. Die Fachleute können auch beobachten, welche Futterquellen sie suchen und welche Strecken sie zurücklegen. Auf diese Weise lässt sich herausfinden, welche Orte ein geeigneter Lebensraum für die Wisente sind.

(dpa)