Berlin: Wieso streiten Airbus und Boeing?

Berlin: Wieso streiten Airbus und Boeing?

Es gibt zwei große Flugzeughersteller in der Welt, die kennt jedes Kind. Das sind der amerikanische Flugzeuggigant Boeing und der europäische Flugzeuggigant Airbus. Die beiden Flugzeug- hersteller sind die größten in der Welt.

Da kann man sich sehr gut ausmalen, dass jeder genau hinguckt, was der andere macht. Denn es geht ja schließlich darum, möglichst viele Käufer für seine Flugzeuge zu bekommen.

Und da geht es dann auch schon mal zur Sache, besonders wenn man weiß, dass man viele Zuschauer oder Zuhörer hat. Das ist im Moment der Fall. Denn am Dienstag hat in Berlin die Internationale Luft- und Raumfahrtausstellung (ILA) begonnen. Die Leute von Airbus haben die Gelegenheit genutzt. Sie haben Boeing erneut vorgeworfen, mit unfairen Mitteln Profit zu machen.

Airbus sagt, Boeing habe 8,7 Milliarden Dollar — das sind umgerechnet 6,4 Milliarden Euro — aus den öffentlichen Kassen des US-Bundesstaates Washington ergattert. Auf diese Weise könne Boeing so sein neues Flugzeug 777x praktsich kostenlos entwickeln. Das sei überhaupt nicht in Ordnung, finden die Airbus-Leute. Die Boeing-Leute sagen, Airbus könnte ja auch seine Zulieferer in Washington ansiedeln und die Steuervorteile und Beihilfen bekommen. Aber die Airbus-Leute meinen, das sei „bullshit“ — also Schwachsinn.

Boeing beschuldigt übrigens umgekehrt Airbus Subventionen — also Hilfsgeld — für die Entwicklung zu bekommen, nämlich von den Ländern, in denen Airbus-Flugzeuge gebaut werden. Aber die Airbus-Leute sagen, das Geld würden sie immer ordnungsgemäß zurückzahlen. Das geht jetzt schon seit ungefähr zehn Jahren so hin und her. Bundeskanzlerin Angela Merkel wollte sich in den Streit nicht einmischen. Sie hat bei der Eröffnung der ILA nur gesagt, dass sie die Flugzeugbauer in Europa unterstützen will. Mehr hat sie nicht zu dem Streit gesagt.