Berlin: Wie wird klug verhandelt?

Berlin : Wie wird klug verhandelt?

Mehr Taschengeld oder abends länger draußen bleiben: Um die Erlaubnis dafür zu bekommen, sollte man gut verhandeln können. Doch wie geht kluges Verhandeln? Diese Frage stellen sich vielleicht gerade auch Politiker in Berlin. Denn Vertreter der Parteien CDU, CSU und SPD treffen sich am Freitag erstmals zu Koalitions-Verhandlungen. Es geht darum, wie sie in einer Regierung zusammenarbeiten könnten.

Eine Regierung trifft wichtige Entscheidungen für die Menschen im Land. Allerdings sind sich die Parteien in vielen Dingen noch nicht einig.

„Ziel der Verhandlungen ist es, eine Lösung zu finden, so dass man sich später in der Regierung nicht mehr streitet“, erklärt der Experte Roman Trötschel. Er ist Professor für ein Spezialgebiet der Psychologie.

Schon der Anfang ist wichtig. Es komme für die Politiker darauf an, zuerst ein Wir-Gefühl aufzubauen. Also sich als Team zu verstehen, statt nur als einzelne Parteien. Die Politiker könnten sich etwa sagen, dass sie das gemeinsame Ziel haben, Deutschland voranzubringen. Deshalb sollte man aber nicht mit den einfachen Themen anfangen, sondern mit den schwierigen. „Denn wenn am Ende nur noch die komplizierten Themen übrig sind, hat man nichts mehr, womit man der anderen Seite entgegenkommen kann“, erklärt Roman Trötschel. Dabei sollte man nicht unbedingt versuchen, sich immer in der Mitte zu treffen.

Obwohl viele Menschen glauben, so ein Kompromiss ist toll. Schlauer sei es, sich zu überlegen: Welches Thema ist der anderen Seite besonders wichtig? Und dann, was ist mir am Wichtigsten? „Wenn ich das verstanden habe, kann ich für mich das Beste rausholen. Und auch der anderen Seite etwas geben, was dieser wichtig ist“, erklärt der Experte. Dann sollte man für sein wichtiges Ziel besonders stark kämpfen.

Sind Verhandlungen gut gelaufen, können sich am Schluss beide Seiten als Gewinner fühlen. Dann sind auch die Chancen größer, dass CDU, CSU und SPD längere Zeit gut zusammenarbeiten — ohne dauernd zu streiten.

(dpa)
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