1. Karlo Clever

Autorinnen erzählen: Wie ein Kochbuch entsteht

Autorinnen erzählen : Wie ein Kochbuch entsteht

Die Gerichte sollen lecker und schnell zu kochen sein. Außerdem müssen sie noch toll fotografiert werden. Zwei Autorinnen erzählen, wie viel Arbeit in so einem Buch stecken.

Bilder von Pfannkuchen mit Erdbeeren oder knusprigen Ofenkartoffeln mit Ketchup machen hungrig. Einige Gerichte in Kochbüchern sehen so toll aus, dass man gleich loskochen will. So ein Buch zu erstellen, dauert hingegen ganz schön lange. Dahinter steckt viel Arbeit.

Lasagne mit rohem Spargel

Eine Kochbuch-Autorin ist zum Beispiel Dagmar von Cramm. Sie probiert jedes Rezept mindestens einmal aus. „Komplizierte oder ganz neue Rezepte wie zum Beispiel eine Lasagne mit rohem Spargel testen wir auch mehrmals“, sagt sie.

Dagmar von Cramm ist auch Ernährungsexpertin und beschäftigt sich seit fast 40 Jahren mit Essen.
Sie lebt in Freiburg im Bundesland Baden-Württemberg. Wie viele Kochbücher sie geschrieben hat, weiß Dagmar von Cramm schon nicht mehr. Sie schätzt, dass es bestimmt 40 oder 50 Bücher sind. Außerdem veröffentlicht sie Rezepte und Kochtipps auch auf ihrer Internetseite, bei Instagram und bei Youtube.

Bevor eines ihrer Rezepte erscheint, muss Dagmar von Cramm sich das Rezept erst mal ausdenken. „Ich stelle mir beim Rezepteschreiben diejenigen vor, für die ich schreibe. Das sind oft Kinder und Familien“, erklärt sie.

Gesichter auf dem Essen

Denen sollen die Rezepte der Autorin auch gefallen. „Kinder mögen zum Beispiel Gesichter auf dem Essen“, sagt sie. Deswegen gibt es in einem ihrer Bücher eine Gurken-Schnecke mit Augen aus Tomatenmark und Mozzarella-Käse. Oder man findet einen Tomaten-Käfer mit Schnittlauch-Röllchen als Fühler. Aber es reicht nicht, dass die Rezepte nur gut aussehen. „Sie müssen super schmecken, schnell gehen und gesund sein“, sagt sie.

Um leckeres und gesundes Essen geht es auch in den Kochbüchern von Claudia Schaumann aus der Stadt Hamburg. Sie hat sogar ein Kochbuch mit Rezepten geschrieben, die Kinder selber nachkochen können. „Viele sind Lieblingsrezepte meiner Familie oder von Freunden. Ich frage auch öfter im Restaurant nach dem Rezept oder versuche es so nachzukochen“, erzählt die Autorin.

Wenn das Rezept fertig ist, muss das Gericht noch fotografiert werden. „Mit schönem Geschirr auf einem schönen Tisch“, erklärt Claudia Schaumann. Im Garten von Dagmar von Cramm steht sogar ein ganzes Gartenhäuschen voller Teller, Platten, Schalen und anderer Dekosachen für die Fotos.

Zum Fotografieren sucht Dagmar von Cramm natürlich die schönsten Möhrchen, Klöße oder Muffins aus. Aber ansonsten wird das Essen genau so fotografiert, wie sie es gekocht hat. „Wir betupfen es nur manchmal mit einem Mix aus Wasser und Rapsöl, damit es glänzt“, erklärt die Autorin. Wenn die Fotos fertig sind, kommt das Beste:
Dann werden die Gerichte aufgegessen.

(dpa)