1. Karlo Clever

Pyeongchang: Wer soll Anna Glück bringen?

Pyeongchang : Wer soll Anna Glück bringen?

In diesem Dorf stehen gleich mehrere Hochhäuser nebeneinander. Es liegt in Pyeongchang, einer Stadt in den Bergen Südkoreas in Asien. Die Zimmer in den Häusern sehen aus wie in einer Jugendherberge. Hier leben aber keine Schulklassen, sondern die Sportler der Olympischen Winterspiele.

Anna Fernstädt lebt mit anderen Sportlerinnen aus Deutschland in einem der Hochhäuser. Die 21-Jährige tritt in der Sportart Skeleton an. Dabei rasen die Athleten auf einem Schlitten mit dem Kopf voran eine Eisbahn hinunter. Wir haben dieses Interview mit ihr gemacht.

Wie kann man sich das Leben im olympischen Dorf vorstellen?

Anna Fernstädt: Wir wohnen da in Zimmern, die zu einem Apartment mit gemeinsamer Küche und Bad gehören. Das kann man sich so wie in einer Wohngemeinschaft vorstellen. Das ist wie in einem großen Internat für alle Sportarten und Nationen.

Was macht ihr den ganzen Tag, wenn gerade kein Wettkampf ansteht?

Anna Fernstädt: Vor dem Wettkampf bei Olympia machen wir es wie immer: Wir gehen zum Laufen, machen Sprünge und stemmen Gewichte im Kraftraum. Aber wir fahren auch auf der Bahn und dabei werden Videos gedreht. Die Videos sehen wir uns dann zusammen mit den Trainern an, um unsere Fehler zu sehen und daraus zu lernen. Dann gehen wir zur Massage und präparieren unsere Schlitten. Wir versuchen, viel zu schlafen und gut zu essen, damit wir für den Wettkampf fit sind.

Und was kann man in der Freizeit machen?

Anna Fernstädt: Es gibt ein Spielezelt, einen Raum mit Massagestühlen und Aufenthaltsräume mit Fernsehern, wo wir gemeinsam die Wettkämpfe anschauen. Da ist auch ein kleiner Laden mit Friseursalon. Wenn man will, hat man auf jeden Fall große Auswahl.

Durftest du dir aussuchen, mit wem du auf ein Zimmer kommst?

Anna Fernstädt: Aussuchen konnten wir es uns nicht. Aber mit meiner Trainingskollegin Tina klappt alles gut. Wir trainieren ja auch das ganze Jahr zusammen und sind es so gewohnt.

Wohnen Männer und Frauen eigentlich getrennt?

Anna Fernstädt: Ja, natürlich. Beim Essen trifft man viele andere Sportler aus allen Nationen und von allen Sportarten. Ich denke, nach den Wettkämpfen haben wir dafür noch mehr Zeit.

Was ist das Wichtigste, das du nach Südkorea mitgenommen hast?

Anna Fernstädt: Das Wichtigste ist mein Teddy — weil ich den immer dabei habe. Und meine Glücksunterhose für den Wettkampf, die habe ich auch immer dabei.

(dpa)