1. Karlo Clever

Der Rasse-Begriff: Wer ist im Inneren fast gleich?

Der Rasse-Begriff : Wer ist im Inneren fast gleich?

Es gibt Pferderassen, Katzenrassen und Hunderassen. Doch Menschenrassen gibt es nicht. Warum es sogar falsch und gemein ist, Menschen in Rassen einzuteilen, erfährst du hier.

Schäferhund, Dackel, Boxer – klar, das sind alles Hunde. Sie sehen aber unterschiedlich aus und haben auch verschiedene Eigenschaften. Denn sie gehören verschiedenen Rassen an. Auch Menschen unterscheiden sich voneinander. Doch bei Menschen sprechen Forscher heute nicht mehr von Rassen. Warum ist das so?

Der Forscher Ulrich Kattmann kann es erklären: „Menschen sind nicht gezüchtet worden“. Ganz im Unterschied zu vielen Tieren. „Wir sprechen bei Haustieren von Rassen, weil Menschen bestimmte Merkmale herausgezüchtet haben.“

Wenn etwa eine Hunderasse dem Schutz dienen soll, werden große und starke Hunde miteinander gekreuzt, um Nachkommen zu zeugen. Ein Züchter hat also bestimmte Ziele, was ein Tier können soll.

Trotzdem wurde der Begriff Rasse auch für Menschen benutzt. „Menschen haben früher die Menschheit in Rassen eingeteilt, diese dann in Unterrassen und dann sogar noch in Unter-Unterrassen“, erklärt Ulrich Kattmann. So versuchten einige Menschen, andere als schlechter darzustellen und ungerecht zu behandeln. Bestimmte Menschen wurden sogar verfolgt und umgebracht.

Oft ging es dabei um äußerliche Merkmale. Manche teilten die Menschheit in Gruppen wie gelb, rot, braun oder schwarz und weiß ein. Inzwischen sei aber klar: „Das macht überhaupt keinen Sinn“, sagt der Fachmann. Denn bei der Hautfarbe und anderen Merkmalen gebe es fließende Übergänge. Eine Einteilung sei also gar nicht möglich.

Egal, ob dunkelhäutig mit schwarzen Haaren oder blond und blass: „Wir sind im Grunde alle Afrikaner, denn ursprünglich kommen wir alle aus Afrika“, erklärt Ulrich Kattmann. In diesem Teil der Welt entstanden vor vielen Zehntausend Jahren die Menschen, die so aussahen wie wir heute. „Die gesamte Menschheit ist vom Erbmaterial ganz, ganz ähnlich“, sagt Ulrich Kattmann. Als Erbmaterial bezeichnet man eine Art Bauplan für ein Lebewesen. Das bedeutet: Auch wenn wir Menschen uns äußerlich unterscheiden, ist unser Bauplan im Inneren fast gleich.

(dpa)