Frankfurt am Main: Wer ist Hamad bin Dschassim bin Dschaber?

Frankfurt am Main: Wer ist Hamad bin Dschassim bin Dschaber?

Die Deutsche Bank in Frankfurt hat ein Problem. Sie hat nicht genug Geld, um ihre Geschäfte vorschriftsgemäß weiterführen zu können. Deshalb haben sich die Verantwortlichen etwas überlegen müssen.

Die Deutsche Bank ist eine Aktiengesellschaft. Das heißt: Man kann sich an dem Unternehmen — also in dem Fall an der Bank — beteiligen, indem man Aktien kauft. Wenn man Glück hat, verdient man damit gut. Allerdings geht man auch das Risiko ein, dass man Geld mit Aktien verliert, wenn es bei dem Unternehmen nicht so gut läuft. Die Aktiengesellschaften arbeiten also mit dem Geld, das sie von ihren Aktionären bekommen. Dafür beteiligen sie die Aktionäre dann an dem Gewinn.

Bei der Deutschen Bank braucht man jetzt sehr viel frisches Aktiengeld. Ein superreicher Scheich hat dann gesagt: Okay, da mache ich mit. Er heißt Hamad bin Dschassim bin Dschaber al-Thani. Das klingt beinahe so wie: Hadschi Halef Omar Ben Hadschi Abul Abbas Ibn Hadschi Dawuhd al Gossarah aus den Karl-May-Büchern.

Hamad bin Dschassim bin Dschaber al-Thani, der Scheich aus Katar will sich mit ungefähr zwei Milliarden Euro an der Aktiengesellschaft der Deutschen Bank beteiligen. Damit hat er dann auf einen Schlag die meisten Aktien. Bisher ist ein Unternehmen aus den USA — es ist eine Vermögensverwaltungsfirma und heißt Blackrock — der größte Aktionär bei der Deutschen Bank. Aber das wird sich mit dem Scheich ja nun ändern.

Der Scheich gehörte lange zur Regierung in Katar und war dort auch Verwalter eines Staatsunternehmens, das Geld in Unternehmen im Ausland investiert. Diese staatliche Investmentgesellschaft, so nennt man das Unternehmen, hat zum Beispiel sehr viele Aktien von Volkswagen und von Hochtief. Scheich Hamad bin Dschassim bin Dschaber al-Thani als Verwalter kennt sich also schon gut aus mit Investitionen in Deutschland. Bei der Deutschen Bank wird er allerdings als Privatmann einsteigen. Insgesamt will die Deutsche Bank ihr Kapital um acht Milliarden Euro erhöhen. Dieser Vorgang soll bis Ende Juni dauern.