1. Karlo Clever

Leipzig: Wer hilft Biathleten beim Treffen?

Leipzig : Wer hilft Biathleten beim Treffen?

Normalerweise gleiten diese Wintersportler über Schnee. Auf ihren Skiern kommen sie am Schießstand an und zielen mit einem Gewehr auf Zielscheiben.

Wenn Nico Espig und seine Kollegen ihren Schießstand aufbauen, ist normalerweise kein Schnee in Sicht. Sie sind auch keine Biathleten, sondern Wissenschaftler. Die Forscher aus Leipzig wollen herausfinden, wie sich Biathleten verbessern können. Sogar die, die zu den Besten der Welt gehören.

Forscher gehen in die Turnhalle

Im Moment gehen die Profis regelmäßig bei großen Wettbewerben an den Start, auch in Deutschland. Im Februar treten die Biathleten bei den Olympischen Winterspielen in Pyeongchang an. Die Stadt liegt in Südkorea in Asien.

Die Forscher in Leipzig arbeiten für ihre Untersuchungen in besonderen Schießhallen oder auch mal in einer normalen Turnhalle. Dort sind Zielscheiben aufgebaut — fast wie bei normalen Biathlon-Wettbewerben. Auch die Profis kommen hier regelmäßig vorbei.

Erst mal aufs Laufband

Bevor die Biathleten schießen dürfen, geht es aber erst mal aufs Laufband. Schließlich kommen sie bei echten Wettkämpfen direkt von der Loipe, wenn sie am Schießstand ankommen. Loipe wird die Rennstrecke beim Ski-Langlauf genannt. „Wir wollen ähnliche Bedingungen schaffen wie im Wettkampf“, sagt Nico Espig, „damit das Schießen so realistisch wie möglich ist.“

Beim Biathlon kommt es auf jede Sekunde an. Wer danebenschießt, muss eine Strafrunde laufen oder bekommt eine Strafzeit. „Die Biathleten müssen präzise schießen, und zwar so schnell es geht“, sagt der Fachmann. Wenn die Biathleten auf die Zielscheiben zielen, müssen sie ihr Gewehr also gaaanz ruhig halten. Schon die kleinste Bewegung kann dazu führen, dass der Schuss danebengeht.

Mit bloßem Auge nicht zu sehen

„Mit bloßem Auge kann man diese Bewegungen kaum erkennen“, sagt Nico Espig. Deshalb bringen die Experten bei ihren Tests an verschiedenen Stellen Messgeräte an. Sie messen unter anderem, wie sehr sich die Spitze des Gewehrs kurz vor dem Schuss bewegt. Oder wie stark der Sportler auf den Abzug drückt.

Außerdem filmen sie den Athleten, um seine Bewegungen festzuhalten. Auf Computern sehen Trainer und Sportler hinterher, woran sie beim Training noch arbeiten müssen. Beim nächsten Wettbewerb treffen die Biathleten dann vielleicht noch ein bisschen besser und schneller.