1. Karlo Clever

Köln: Was macht ein Zoodirektor?

Köln : Was macht ein Zoodirektor?

Es ist Mittwochmorgen, draußen ist es klirrend kalt und nur wenige Besucher sind heute im Zoo unterwegs. Seit sieben Uhr sitzt Theo Pagel schon in seinem Büro. Auf dem großen Schreibtisch vor ihm liegen eine Menge Papiere und Zettel.

An der Wand hinter ihm steht ein riesiges Regal mit alten Büchern. Manche sind mehr als 150 Jahre alt und ziemlich kostbar. „Wenn man früher etwas über ein Tier wissen wollte, hat man in diesen Büchern nachgeschlagen“, sagt der Mann mit dem gelben Pullover und der runden Brille. Heute gibt es dafür das Internet.

Stinktiere und Waschbären

Theo Pagel ist Zoodirektor. Seit elf Jahren leitet er den Kölner Zoo. „Ich wollte schon immer Zoodirektor werden“, sagt der 57-Jährige und erzählt dann, dass er schon als Kind immer viele Tiere hatte. Zum Beispiel hat er Stinktiere und Waschbären gezüchtet.

„Natürlich ist der Job nicht so, wie man ihn sich als Kind vielleicht vorstellt“, sagt er und lacht. Die meiste Zeit sitze man im Büro: Man muss unter anderem E-Mails und Briefe schreiben, den Transport von Tieren organisieren oder zu Terminen und Besprechungen gehen. Mit den Tieren selbst habe man leider eher wenig zu tun.

Deshalb freut sich Theo Pagel auch besonders über das Terrarium in seinem Büro. Denn so hat er wenigstens ein paar Tiere um sich herum. Auf den Ästen hinter der Glasscheibe sitzen kleine Stachelskinke. „Das sind sehr seltene Eidechsen aus Australien“, erklärt der Fachmann. Das Besondere: Stachelskinke bekommen lebende Junge — sie legen also keine Eier, wie bei Eidechsen sonst üblich.

Pünktlich um acht Uhr macht sich Theo Pagel zum Futterhof auf. Dort startet jeden Tag die Morgenrunde: Zusammen mit der Tierärztin fährt der Zoo-Chef das Gelände ab, besichtigt die Gehege und schaut, ob es den Tieren gut geht. Das dauert etwa eine Stunde. „Wenn ich Wochenenddienst habe, dauert die Tour meistens doppelt so lang. Dann ist im Büro nicht zu viel zu tun und ich kann mir mehr Zeit nehmen“, erklärt der Zoo-Chef.

Nach der Morgenrunde geht es zurück an den Schreibtisch. Dort wartet schon wieder eine Menge Schreibkram. „Trotz allem ist mein Beruf aber nach wie vor das Allerliebste, was ich machen würde“, sagt der Zoo-Chef. Denn jeder Tag im Zoo ist anders. Und irgendwas Spannendes passiert immer.