1. Karlo Clever

Hamburg: Was macht ein Arzt im Eis?

Hamburg : Was macht ein Arzt im Eis?

Stell Dir vor, Du bist Forscher und arbeitest in einem Labor in der Antarktis. Um Deine Station herum sind nur Eis und Schnee, so weit Du sehen kannst. Zum nächsten Supermarkt brauchst Du mit einem Flugzeug Tage — und auch zum nächsten Krankenhaus. Doch auch Forscher werden hin und wieder krank.

Für solche Fälle sind auf vielen Forschungs-Stationen Ärzte: wie Götz Schomburg. Er war vor Kurzem drei Monate in der Antarktis, auf der Kohnen-Station.

Das ist die Kohnen-Station in der Antarktis: Der Arzt Götz Schomburg aus Hamburg (rechts) hat dort drei Monate lang gearbeitet.
Das ist die Kohnen-Station in der Antarktis: Der Arzt Götz Schomburg aus Hamburg (rechts) hat dort drei Monate lang gearbeitet. Foto: dpa

Die Station besteht aus mehreren, großen Containern, die auf einer Plattform stehen. In einem der Container schlief der Arzt zusammen mit zwei anderen. Eigentlich arbeitet Götz Schomburg in Hamburg in einer Arztpraxis. Dort kümmert er sich als Hausarzt um alle möglichen Erkrankungen. Den Job in der Antarktis hat er gemacht, weil er viel über die Höhenkrankheit weiß. Diese Krankheit kann man bekommen, wenn man auf hohe Berge klettert und dort übernachtet. In der Antarktis gibt es viele Berge und flache Ebenen in großer Höhe. Die Kohnen-Station liegt zum Beispiel 2892 Meter über dem Meeresspiegel — also fast so hoch, wie der höchste Berg Deutschlan ds ist, die Zugspitze (2962 Meter). Es könnte also gut passieren, dass Forscher in der Antarktis die Höhenkrankheit bekommen. „Die Höhenkrankheit kann auch den erfahrensten Bergsteiger treffen, man weiß das vorher nie so genau“, sagt Götz Schomburg. Höhenkranken wird nach ein paar Stunden schwindelig und übel, sie bekommen Kopfschmerzen und fühlen sich schlapp.

Götz Schomburg versucht dann, den Kranken mit Medikamenten oder mit Sauerstoff zu helfen. „Wird es aber nicht besser und verschlimmern sich die Beschwerden, dann hilft nur eins: der Abstieg.“ In der Antarktis heißt das dann aber: Abflug mit dem Flieger. Einen der Mitarbeiter auf der Station hatte es tatsächlich erwischt und Götz Schomburg musste ihn behandeln. Er wurde schnell wieder gesund.