1. Karlo Clever

Müde antreiben, Aufgedrehte beruhigen: Was ist das Problem bei Ritalin?

Müde antreiben, Aufgedrehte beruhigen : Was ist das Problem bei Ritalin?

Ein Kind hat Probleme in der Schule: Es schafft es nicht, dem Unterricht zu folgen. Stattdessen zappelt es auf dem Stuhl herum und träumt vor sich hin. Solche Momente, in denen wir nicht bei der Sache sind, kennt jeder.

Aber was ist, wenn sich diese Situationen häufen und dauerhaft werden? Wenn Leute es versäumen, wichtige Dinge zu erledigen. Etwa den Schlüssel zu Hause vergessen oder die Verabredung zum Spielen.

Davon können Erwachsene und Kinder betroffen sein. Manchmal verschreiben Ärzte dann Medikamente mit einem bestimmten Stoff: Methylphenidat. Meist wird es aber Ritalin genannt. Damit lassen sich bestimmte psychische Krankheiten behandeln. Forscher meinen: Ritalin wirkt ziemlich zuverlässig. Jedoch wünschen sich auch manche Leute, dass die Arznei schon gegen leichte Unruhe oder Unaufmerksamkeit hilft. Deshalb kommt es vor, dass das Medikament missbraucht wird. An Universitäten nehmen etwa Studenten Ritalin. So wollen sie vor Prüfungen stundenlang Texte lesen und lernen können, ohne müde zu werden. Manche Menschen nehmen also Ritalin, obwohl es nicht sein muss. Dabei bewirkt Ritalin keine Wunder. Es hilft vielmehr, das eigene Verhalten besser zu steuern.

Auch Kindern wird die Arznei manchmal verschrieben. Habe ein Kind größere Schwierigkeiten, könne so ein Medikament helfen, erklärt der Psychiater Eike Ahlers. Doch ist Vorsicht geboten, wenn es nur darum geht, dass sich Kinder in der Schule besser konzentrieren. Schließlich könne es sein, dass Kinder sich mit dem Medikament weniger wohl fühlen. „Sie haben dann weniger Spaß in ihrem Alltag. Eltern und Lehrer sehen hingegen, dass die Kinder in der Schule bessere Leistung bringen“, sagt der Experte.

Deshalb sollten Eltern mit ihren Kindern zunächst mit einem Kinderpsychologen sprechen, wenn es Probleme gibt. Und ein Arzt sollte genau untersuchen, was dann die beste Hilfe ist.

(dpa)