1. Karlo Clever

Köln: Was gilt als Rohstoff der Zukunft?

Köln : Was gilt als Rohstoff der Zukunft?

Was könnte man aus ihnen nicht alles machen! Einen Ersatz für Kraftstoff, um Autos zu betanken. Oder Nahrungsmittel für uns Menschen. Futter für die Fische in Fischzucht-Anlagen, Medikamen­te oder Kosmetik. Sie könnten sogar Abwasser reinigen.

Für viele Forscher gelten die Pflanzen deshalb als der Rohstoff der Zukunft: Mikroalgen! Dabei sind sie winzig klein — so klein, dass man eine einzelne Alge mit bloßem Auge nicht sehen kann! Erst mehrere Mikroalgen zusammen sieht man. Ihre großen Verwandten kennst du vielleicht vom Urlaub am Meer. Diese Makroalgen wachsen auf Felsen, an der Küste oder am Meeresboden und werden zum Teil riesengroß.

Mehrere Tausend Algenarten

Einer der sich mit den winzigen Algen super auskennt, ist der Forscher Michael Melkonian. Er arbeitet in Köln. Im Keller der Universität dort hat er eine riesige Sammlung mit Mikroalgen.

Die großen Regale sind vollgestopft mit kleinen Gläsern und Flaschen. In jedem Behälter schwimmt eine andere Mikroalgen-Art. Manche schimmern grün, andere rot und wieder andere sind braun. Mehrere Tausend Algenarten hat der Forscher gesammelt.

Licht von allen Seiten

Doch was macht die kleinen Algen so besonders? „Sie enthalten wichtige Stoffe, wie Vitamine. Manche sind noch nicht erforscht. Außerdem wachsen Algen schneller als Pflanzen“, verrät der Forscher. Das macht sie als nachwachsenden Rohstoff interessant.

Allerdings ist es nicht so einfach, Mikroalgen zu züchten. Man braucht viel Wasser und einen durchsichtigen Behälter. Und man braucht Licht! Das muss wiederum gleichmäßig von allen Seiten kommen, damit auch wirklich jede Alge genug bekommt und sie wachsen kann. „Hinzu kommt, dass man Mikroalgen nicht einfach so ernten kann“, erklärt der Forscher. Man könne nicht einfach ins Wasser hineingreifen und die Algen herausfischen.

Algen wachsen auf Vliestuch

Deshalb haben er und seine Kollegen sich etwas ausgedacht, wie man Mikroalgen einfacher züchten kann. Sie lassen die Algen auf einer Art Vliestuch wachsen. Das kann man entweder hinlegen oder senkrecht aufhängen.

Die Algen schwimmen auch nicht mehr im Wasser, sondern sie werden auf dem Tuch nur noch feucht gehalten und mit Nährstoffen versorgt. Sind die Algen groß genug, könnte man sie einfach abkratzen.